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25.12.09

Wirtschaftskriminalität

Spione kommen meist aus China und Russland

Mittelständische Weltmarktführer werden häufig von Nachrichtendiensten ausspioniert. Vor allem diese Betriebe sollten sich besser gegen Spionageangriffe schützen, rät das Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Aufholjagd asiatischer Staaten führt laut Verfassungsschutz verstärkt zu illegalen Methoden.

© picture-alliance/chromorange
Geldscheine in Hosentasche

Deutsche Unternehmer sollen sich nach Ansicht des Bundesamts für Verfassungsschutz stärker vor Attacken ausländischer Nachrichtendienste schützen. "Es besteht weiterhin ein hohes Risiko für deutsche Unternehmen, Opfer eines Spionageangriffs zu werden", sagte der Abteilungsleiter für Spionageabwehr und Geheimschutz, Burkard Even. Bereits 2009 waren seiner Aussage nach Ausspähattacken von chinesischer und russischer Seite "eine echte und konkrete Bedrohung".

Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise könne ein Spionageangriff gravierende Auswirkungen auf die Lage eines Unternehmens haben. Der Verfassungsschutz habe zwar keine neuen Methoden oder besonderen Techniken im auslaufenden Jahr ausmachen können, dennoch gehe man davon aus, dass auch 2010 besonders mittelständische Betriebe mit innovativen Produkten in das Visier der ausländischen Dienste gerieten.

"Gefährdet sind vor allem solche Branchen, in denen deutsche Unternehmen Weltmarktführer sind", heißt es zudem aus Kreisen des Verfassungsschutzes. Darunter können beispielsweise Betriebe aus der Autozulieferindustrie, Telekommunikation, aber gerade auch Rüstungsbetriebe sein. Um an sensibles Material, Baupläne und Geschäftsstrategien solcher Unternehmen zu gelangen, setzten ausländische Dienste auf Spione und auf elektronische Angriffe etwa per E-Mail.

Nach Auffassung des Verfassungsschutzes handeln vor allem die chinesischen Geheimdienste systematisch und mit einem festen Ziel: Bis zum Jahr 2020 soll der technische Vorsprung des Westens aufgeholt werden. Dazu bevorzugen die Chinesen besonders Fachleute, Wissenschaftler, Werkstudenten oder Facharbeiter, die sich in Deutschland aufhalten und möglicherweise bereits in einem interessanten Betrieb oder Forschungsprojekt arbeiten. Auf 30.000 schätzen die Verfassungsschützer die Zahl dieser Experten, die in Deutschland für die Beschaffung von Informationen angeheuert werden können.

Arbeiten solche nichtprofessionellen Spione in einem deutschen Betrieb, können sie über einen USB-Stick oder eine E-Mail sehr leicht sensibles Material abschöpfen. "Eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einem Spionageangriff ist daher, schützenswertes Know-how eines Unternehmens zu definieren und nur einem festgelegten Personenkreis innerhalb dieses Unternehmens zugänglich zu machen", sagte ein Verfassungsschützer. Doch gerade mittelständische Betriebe sparten häufig an einer sicheren Informationstechnik und gäben allen Mitarbeitern Zugriffsrechte auf alle Bereiche im Datensystem.

"Wir wünschen uns eine weitere Vertiefung des Dialogs mit den deutschen Unternehmen, besonders mit solchen, die einen möglichen Angriff auf ihren Betrieb festgestellt haben", heißt es aus Kreisen des Verfassungsschutzes. Viele Firmen fürchteten einen Imageschaden, wenn sie an die Polizei oder den Geheimdienst heranträten. Deshalb sei es sehr schwierig, eine Größenordnung der in Deutschland bereits verübten Spionageangriffe zu nennen, sagen die Ermittler.

Quelle: AP/woz
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