24.12.09

Börse 2009

Über 1000 Prozent Gewinn mit der richtigen Aktie

Trotz der Finanzkrise haben Anleger im Jahr 2009 mit Aktien Geld verdient. Bis zu 1023 Prozent legten Wertpapiere an den deutschen Börsen an Wert zu – zum Teil nach vorherigem Absturz. 2010 dürfte sich dieser extreme Trend nicht fortsetzen, sagen Experten. Und sie raten zur Vorsicht.

Trotz der Wirtschaftskrise war 2009 für Anleger ein gutes Jahr. Nachdem die Finanzmarktkrise 2008 zu dramatischen Einbrüchen an den weltweiten Aktienmärkten geführt hatte - allein der Deutsche Aktienindex (Dax) war um 40 Prozent auf 4810 Punkte eingebrochen - ging es in diesem Jahr wieder bergauf.

So notierte der Leitindex einen Tag vor Weihnachten mit 5980 Zählern knapp unter der 6000er-Marke, was einem Anstieg von 24 Prozent entspricht. Im Frühjahr war der Dax sogar bis auf 3666 Punkte gesunken.

Damit verglichen beläuft sich der Anstieg sogar auf 63 Prozent. Der MDax legte seit Jahresbeginn sogar 34 Prozent zu und der TecDax 60 Prozent.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) spricht vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzmarktkrise von einem "außergewöhnlichen Jahr" mit "einzigartigen Kurssteigerungen". "Man bekommt ein bisschen Angst", sagte DSW-Sprecher Marco Cabra - und riet Anlegern zur Vorsicht.

"Man kann nicht erwarten, dass es im kommenden Jahr so weiter geht", sagte Cabra. Das Marktgeschehen müsse sich nun langsam wieder normalisieren.

Beim Deutschen Aktieninstitut (DAI) sieht man die Entwicklung optimistisch. "Einmal mehr hat der Aktienmarkt Zukunft aufgezeigt", sagte DAI-Chef Rüdiger. Auch wenn die Konjunkturaussichten über das Jahr hinweg zu Optimismus wenig Anlass gegeben hätten, spiegele sich in den jetzigen Kursen die klare Hoffnung auf eine Konjunkturerholung.

Im Dax konnten Anleger am meisten Geld mit Papieren des Chipherstellers Infineon verdienen, die erst seit September wieder im Leitindex geführt werden. Die Aktien verteuerten sich seit Jahresbeginn um 315 Prozent auf 3,91 Euro.

Viele Anleger dürfte das allerdings wenig trösten. Kosteten die Papiere zur Ausgabe vor einigen Jahren doch weit über 30 Euro und notierten zu ihren besten Zeiten bei rund 95 Euro. Die Papiere der Deutschen Bank legten immerhin rund 80 Prozent zu und die von Henkel und BASF rund 60 Prozent.

Stärkster Verlierer waren hingegen die Volkswagen-Stämme, die durch die Vorzugspapiere des Autokonzerns im Dax ersetzt wurden. Die Aktien gaben seit Jahresbeginn rund 70 Prozent nach.

Im MDax waren die Anteile der Fernsehsenderkette ProSiebenSat.1 besonders erfolgreich und erhöhten sich um 243 Prozent auf 8,15 Euro. Aareal Bank verteuerten sich um 125 Prozent auf gut 13 Euro. Wenig Glück hatten Aktionäre mit TUI. Die Aktien des Schifffahrts- und Touristikkonzerns aus Hannover brachen um 27 Prozent auf knapp 5,85 Euro ein. Die Papiere des Finanzdienstleisters MLP gingen um rund 19 Prozent auf 8,02 Euro zurück.

Im TecDax konnten Anleger richtig Geld verdienen - mit den richtigen Werten. Dialog Semiconductor legten seit Jahresbeginn 1023 Prozent auf 7,61 Euro zu. Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Kirchheim unter Teck zählt rund 300 Mitarbeiter und entwickelt Signal-Schaltungen, die in Mobiltelefonen, Beleuchtungen und Displays für die Autoindustrie eingesetzt werden.

Die Aktien der Aixtron AG aus Herzogenrath bei Aachen verteuerten sich um 400 Prozent auf über 23,58 Euro. Das Unternehmen stellt Maschinen zur Produktion sogenannter lichtemittierender Dioden (LED) her, die derzeit stark gefragt sind.

Bergab ging es vor allem für den Solarzellenhersteller Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen, der mit einem starken Preisverfall und starker Konkurrenz zu kämpfen hat. Die Papiere verloren seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent auf 10,02 Euro. Ähnlich erging es dem Solarunternehmen Conergy, dessen Papiere um 40 Prozent auf gut 0,65 Euro zurückfielen.

Quelle: ddp
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