Gastgewerbe
Wirte und Hoteliers machen noch weniger Umsatz
Donnerstag, 11. März 2010 19:34Das deutsche Gastgewerbe schrumpft weiter. Für Oktober 2009 melden Wirte und Hotelbetreiber erneut sinkende Umsätze. Stärker als Kneipenbesitzer trifft es die Caterer – außerdem bleiben viele Hotelbetten leer. Vor allem fehlen Gäste aus dem Ausland.
Im deutschen Gastgewerbe bleiben zunehmend die Betten leer und die Zapfhähne trocken. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes sackten im Oktober 2009 die Umsätze erneut ab. Im Vergleich zum September setzten die Wirte, Caterer und Hoteliers real 1,5 Prozent weniger um.Im Vergleich zum Oktober 2008 gingen die Umsätze um 6,1 Prozent zurück. Das Gewerbe reagierte erneut mit Preiserhöhungen auf die sinkende Nachfrage und reduzierte das Umsatzminus zu jeweiligen Preisen (nominal) so auf 4,5 Prozent.
Am stärksten getroffen wurde das Beherbergungsgewerbe mit einem realen Umsatzrückgang von 7,1 Prozent und die Caterer mit einem Minus von 6,7 Prozent.
In den ersten zehn Monaten des Jahres hat das gesamte Gewerbe der Erhebung zufolge 6,2 Prozent realen Umsatz im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum verloren. Zu jeweiligen Preisen betrug das Minus in den Kassen 4,1 Prozent.
In Spanien gebe es teils gar keine Mehrwertsteuer für diese Bereiche und Frankreich habe die Sätze kräftig reduziert. „Wenn ich für Deutschland als Urlaubsdestination etwas tun will, bin ich im Zugzwang zu handeln“, sagte Laepple. „Das gilt auch für den Messe- und Kongress-Standort Deutschland.“
Die schwarz-gelbe Regierungskoalition in Berlin hatte sich im Koalitionsvertrag auf eine Senkung der Mehrwertsteuer für Hotels von 19 auf sieben Prozent ausgesprochen. Derzeit ist die Umsetzung aber noch offen, weil mehrere Bundesländer ihre Zustimmung von einem Ausgleich der erwarteten Steuerausfälle durch den Bund abhängig machen.
Der DRV-Präsident appellierte an die Branche, eine Senkung der Mehrwertsteuer auch an die Kunden weiterzugeben. Für Firmen ändere sich zwar nichts, weil sie die Mehrwertsteuer auf Geschäftsreisen beim Finanzamt verrechnen könnten. Bei Privatreisen sähe das aber anders aus: „Ich erwarte schon, dass die Preise gesenkt werden.“
In den ersten drei Quartalen des Jahres hatte das Statistische Bundesamt rund 290 Millionen Gästeübernachtungen in Deutschland gezählt. Während die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland konstant blieb, nahm die Zahl der Buchungen ausländischer Gäste um vier Prozent auf knapp 43 Millionen ab. dpa/ohtErschienen am 17.12.2009
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