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16.12.09

Kampf um Jobs

Mitarbeiter wollen Karstadt-Filiale übernehmen

Das Karstadt-Warenhaus in Kaiserslautern soll Ende März 2010 geschlossen werden. 190 Menschen werden arbeitslos – wenn sie nicht selbst handeln. Sie opfern ihr Weihnachts- und Urlaubsgeld, um das Gebäude mitzufinanzieren. Danach wollen die Mitarbeiter das Geschäft selbst führen.

© dpa
Karstadt-Beschäftigte in Kaiserslautern

Der Betriebsrat des Karstadt-Kaufhauses in Kaiserslautern will das Geschäft nach der Schließung im Frühjahr 2010 privat weiter betreiben. Entsprechende Pläne seien den Mitarbeitern vorgestellt worden, sagte die Vize-Betriebsratschefin Annette Theisinger und bestätigte damit Angaben des Südwestrundfunks (SWR).

Danach ist unter anderem geplant, das Gebäude dem Besitzer – einer US-Immobiliengesellschaft – abzukaufen. Die Mitarbeiter sollen einen Beitrag leisten, indem sie auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten, zudem könnten sich Bürger mit Geldeinlagen an dem Projekt beteiligen. "Das ist ein Strohhalm, nach dem wir greifen", sagte Theisinger.

Die Filiale, in der etwa 190 Menschen arbeiten, soll nach dem Willen von Karstadt voraussichtlich Ende März 2010 geschlossen werden. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte die Maßnahme kürzlich als eine "unternehmerische Fehlentscheidung" bezeichnet, die unanständig sei. Das Kaufhaus schreibe schwarze Zahlen.

Theisinger sagte, die am Mittwoch präsentierten Pläne seien ein "Rohgerüst", das Betriebsräten anderer Firmen vorgestellt werden solle. Mit ihnen wolle man ein Konzept ausarbeiten.

Unterstützung komme unter anderem auch von Gewerkschaftsseite. Anfang Januar 2010 solle es dann mit konkreten Plänen weitergehen. Sie sprach von einem "Funken Hoffnung". Die Belegschaft wolle die Filiale nicht verlassen. "Bei uns sind Menschen dabei, die schon die Eröffnung des Kaufhauses mitgemacht haben – das war vor 33 Jahren."

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