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07.12.09

Wall Street

Banken gehören zu Verlierern an US-Börsen

Die US-Börsen starten uneinheitlich in die neue Handelswoche. Vor allem Finanz- und Technologiewerte verzeichnen Kursverluste. Dennoch schließt der Dow Jones fast auf dem Niveau der Vorwoche. Eine Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke müssen die Anleger erst noch bewerten.

© AP
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Am ersten Handelstag der neuen Woche tendierten die US-Börsen uneinheitlich. Vor allem Finanz- und Technologiewerte verzeichneten Kursverluste. Zudem mussten Anleger die jüngsten Kommentare von US-Notenbankchef Ben Bernanke erst einmal bewerten. Vor dem Economic Club of Washington sagte Bernanke, dass die Inflation zwar vorerst gedämpft bleiben könnte, die Arbeitslosigkeit aber für einige Zeit hoch bleiben werde.

"Bernankes Aussagen haben nicht gereicht, um die Risikobereitschaft der Anleger zu wecken", sagte ein Fondsmanager. "Die Marktteilnehmer müssen erst einmal ein paar wirklich schlechte Konjunkturdaten sehen, um glauben zu können, dass die Notenbank die Zinsen tatsächlich nicht anhebt."

Der besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht vom 4. Dezember hatte die Sorge geschürt, die Währungshüter könnten schon bald wieder die Zinsen heben.

Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kletterte um 0,26 Prozent auf 10.415,50 Zähler. Zeitweise war der Index auch kurz in negatives Terrain gefallen. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 0,17 Prozent auf 1107,84 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq ging es für den Composite-Index um 0,15 Prozent auf 2197,76 Zähler nach oben. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,1 Prozent auf 1793,60 Zähler.

Finanzwerte wie die Bank of America und JPMorgan gehörten zu den größten Verlierern im Dow mit Kursabschlägen von 2,40 und 1,17 Prozent. Papiere der Citigroup mieden die Börsianer, wie das Kursminus von 2,18 Prozent auf 4,03 Dollar zeigte. Laut Medienberichten sind sich die Bank und die US-Regierung uneins darüber, wie viel Geld sich die Bank neu beschaffen muss, um die erteilten Staatshilfen zurückzuzahlen.

Zuvor hatte die "Financial Times" unter Berufung auf Insider bei der Bank sowie US-Aufsichtsbehörden berichtet, Citigroup liefe die Zeit davon. Schaffe das angeschlagene Institut es nicht, bis Anfang kommender Woche eine Kapitalerhöhung in Gang zu bringen, werde der einst größte Finanzdienstleister der Welt frühestens Ende Januar 2010 einen neuen Anlauf starten können, schrieb das Blatt.

Hewlett- Packard standen ebenfalls im Dow auf der Verkaufsliste und sackten um 1,16 Prozent auf 49,21 Dollar ab. Im Technologiesektor gab es aber auch sehr deutliche Gewinner: Nvidia-Aktien hoben regelrecht ab und sprangen um 12,83 Prozent auf 16,09 Dollar in die Höhe, Advanced Micro Devices (AMD) verteuerten sich um 8,67 Prozent auf 8,52 Dollar. Die Experten der Citigroup hatten für beide Aktien die Kursziele angehoben.

Sprint Nextel profitierten deutlich von einem Pressebericht und zogen um 12,97 Prozent auf 4,18 Dollar an. Das Anlegermagazin "Barron's" schrieb, die Aktie sei unterbewertet und könne um bis zu 50 Prozent steigen, da der Telekomkonzern seine Kundenzahl steigere.

Dow Chemical kletterten ebenfalls um knapp zwei Prozent, nachdem "Barron's" geschrieben hatte, der Chemiekonzern werde auch dank der Übernahme von Rohm & Haas die Gewinnerwartungen der Wall Street übertreffen können.

Ärger steht eventuell dem angeschlagenen Versicherer American International Group (AIG) bevor. Mehrere hochrangige Manager drohen einem Zeitungsbericht zufolge im Streit um die Kürzung der Bezüge mit ihrer Kündigung. Sie fürchteten, dass ihre Gehälter für 2009 gekürzt und für 2010 deutlich eingeschränkt würden, schreibt das "Wall Street Journal".

Zwei der fünf Manager hätten ihre Drohung aber über das Wochenende bereits zurückgezogen. Den Aktien machte das vergleichsweise wenig, wie das Plus von 0,17 Prozent auf 30,17 Dollar zeigte.

keywordsDie Aktien von Kraft Foods gewannen 0,41 Prozent auf 26,68 Dollar hinzu. Im Übernahmepoker um den Schokoladenhersteller Cadbury hat sich der britische Wirtschaftsminister mit scharfen Worten eingeschaltet. Der US-Lebensmittelgigant müsse mit "gewaltigem Gegenwind" seitens der Regierung rechnen, sollte er nach einer feindlichen Übernahme des britischen Unternehmens das Profitdenken überstrapazieren, sagte Peter Mandelson laut Berichten vom Samstag. Cadbury selbst will am 14. Dezember offiziell zu der Offerte Stellung nehmen.

Ebenfalls mit einer Übernahme im Blick steht Celgene. Das US-Biotechnologie-Unternehmen will den Krebsspezialisten Gloucester Pharmaceuticals für 640 Millionen US-Dollar schlucken. Analysten bewerteten die Übernahme durchweg positiv. Die Anteilsscheine gaben dennoch um 0,77 Prozent auf 55,54 Dollar nach.

Der Euro kostete zuletzt 1,48168 Dollar. Am Rentenmarkt gewannen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 11/32 Punkte auf 99 17/32 Zähler ab. Sie rentierten mit 3,430 Prozent.

Quelle: dpa/oht
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