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Telekommunikation

Vodafone bittet die Steuerzahler zur Kasse

Im jahrelangen Steuerstreit haben sich die Finanzbehörden und Vodafone geeinigt. Die deutsche Vodafone-Tochter darf eine Abschreibung in Höhe von 15 Milliarden Euro verbuchen und damit seine künftige Steuerquote deutlich senken. Die Steuerersparnis könnte die Milliarden-Grenze überschreiten.

Vodafone weitet Sparprogramm aus.
Foto: dpa
Vodafone weitet Sparprogramm aus.

Die milliardenschwere Übernahme des Düsseldorfer Mannesmann-Konzerns hat auch zehn Jahre danach noch Folgen für den deutschen Steuerzahler. Die Nachfolgegesellschaft Vodafone GmbH und die Finanzbehörden in Düsseldorf einigten sich nun auf einen Kompromiss im jahrelangen Steuerstreit. Demnach hat Vodafone eine Abschreibung in Höhe von 15 Milliarden Euro wegen des Kaufs der Mannesmann AG und des späteren Einbruchs der Aktienkurses verbuchen und dadurch seine künftige Steuerquote senken.

Nach Informationen von Morgenpost Online kann Vodafone in den nächsten Jahren einen Verlustvortrag in Milliardenhöhe nutzen, um damit Steuern zu sparen. "Vodafone kann in den nächsten Jahren seine Gewinne mit dem Verlust aus der Abschreibung anteilmäßig verrechnen", sagt ein hoher Regierungsbeamter in Düsseldorf. Durch diese Gegenrechnung wird es zu Steuermindereinnahmen kommen. "Ich schließe nicht aus, dass die Mindereinnahmen die Milliarden-Grenze erreicht", heißt es weiter.

Die deutsche Tochter des britischen Mobilfunkriesen Vodafone hatte ursprünglich gefordert, für das Steuerjahr 2001 sogar 50 Milliarden Euro abschreiben zu dürfen. „Vodafone akzeptiert die Entscheidung der Finanzbehörden“, sagte Unternehmenssprecher Kuzey Esener in Düsseldorf. Der Konzern müsse keine Steuern nachzahlen, bekomme aber auch kein Geld zurück, sagte Esener.

Vodafone zahle in Deutschland jährlich Steuern in dreistelliger Millionenhöhe. „Daran wird sich durch diese Entscheidung in der Zukunft nichts ändern“, sagte Esener weiter. Zuvor war spekuliert worden, dass es zu einer milliardenschweren Steuerrückerstattung kommen könnte, wenn sich Vodafone vollständig mit seinen Forderungen durchsetzen sollte. Mit der Einigung nun wurde ein Kompromiss erreicht, der Vodafone einen ungemein hohen Verlustvortrag beschert und der nach den geltenden Steuergesetzen anteilsmäßig mit den Gewinnen in Zukunft verrechnet werden kann. "Das ist eine gängige Praxis, wie sie etwa auch andere Großkonzerne praktizieren", heißt es aus dem Umfeld des NRW-Finanzministeriums. Allerdings sei ein Verlustvortrag in dieser Höhe „ein Ausnahmefall“.

Mehr als fünf Jahre waren die Betriebsprüfer beim Düsseldorfer Konzern Dauergäste gewesen. Für Mannesmann hatte Vodafone vor knapp zehn Jahren nach einer spektakulären Übernahmeschlacht rund 180 Milliarden Euro bezahlt - bis heute einer der teuersten Firmenkäufe weltweit. Wenig später platzte die Internetblase, und Telekommunikations-Aktien stürzten ins Bodenlose. Viele Unternehmen mussten die Firmenwerte massiv nach unten korrigieren.



Erschienen am 03.12.2009

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