Einzelhandel
Karstadt schließt zehn weitere Warenhäuser
Karstadt stellt im Frühjahr den Betrieb in zehn weiteren Filialen ein. Das Aus von drei Häusern hatte die Arcandor-Tochter bereits angekündigt - darunter die Fililale in Berlin-Biesdorf. Berlin bleibt nun von weiteren Schließungen verschont. Die verbleibenden Häuser sollen mit Hilfe eines Insolvenzplans weitergeführt werden.
Der insolvente Warenhauskonzern Karstadt wird im Frühjahr zehn weitere Filialen schließen. Betroffen sind mit insgesamt knapp 1.200 Mitarbeiter. Das teilte der Beauftragte des Arcandor-Insolvenzverwalters für den Warenhausbereich, Rolf Weidmann, am Dienstag in Essen mit. Zuvor war schon die Schließung von drei Häusern angekündigt worden, damit werden 13 Häuser eingestellt.
Die verbleibenden 120 Filialen mit mehr als 25.000 Beschäftigten sollen mit Hilfe eines Insolvenzplanverfahrens fortgeführt werden. Dabei handelt es sich um 86 Warenhäuser, 26 Sporthäuser und 8 Schnäppchencenter.
Der Insolvenzverwalter hatte in den vergangenen Wochen mit allen Karstadt-Gläubigern über Sanierungsbeiträge verhandelt. Dabei hatten zuletzt auch die Vermieter deutliche Zugeständnisse gemacht. Weidmann betonte: "Durch die Sanierungsbeiträge der Gläubigergruppen können wir einige Filialen bundesweit weiterführen, die ursprünglich auf unserer Prüflisten standen. Diese Filialen beschäftigen über 1.700 Mitarbeiter."
Nun soll Weidmann zufolge zügig ein Sanierungskonzept für die Warenhauskette erarbeitet und die Suche nach einem Investor aufgenommen werden. Beide Prozesse könnten bereits im Frühjahr 2010 erfolgreich abgeschlossen sein, prognostizierte er. Für die von der Schließung betroffenen Mitarbeiter werde neben dem Angebot einer Transfergesellschaft auch geprüft, ob sie vereinzelt von den verbleibenden Häusern übernommen werden könnten.
Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane bezeichnete die Entscheidung zur Schließung der 13 Häuser als "außerordentlich bitter für die Beschäftigten". Es sei aber positiv, dass für die große Mehrheit der Karstadt-Mitarbeiter eine Perspektive gefunden wurde. Sie empfahl der Tarifkommission die Zustimmung zu den weiteren Arbeitnehmerbeiträgen zur Sanierung der insolventen Kaufhaus-Kette. Demnach werden die Beschäftigten bis Ende August 2012 auf Urlaubsgeld, tarifliche Vorsorgeleistungen und Teile des Weihnachtsgeldes im Gesamtwert von 150 Millionen Euro verzichten.
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