Automobilbranche
Porsche-Aufsichtsrat stimmt Fusion mit VW zu
Freitag, 17. Juni 2011 10:54Die Verschmelzung von VW und Porsche kann beginnen. Nachdem der VW-Aufsichtrat den entsprechenden Plänen zugestimmt hatte, gab einige Stunden später auch das Porsche-Gremium sein Okay. Der Entscheidung gingen Verhandlungen mit mehreren Banken voraus. Die nächsten Schritte sollen noch vor Jahresende erfolgen.
Der nächste Meilenstein werde die bis Ende 2009 geplante Beteiligung von Volkswagen an der Porsche AG in Höhe von 49,9 Prozent sein. Nach Porsche-Angaben war eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Zustimmung beider Aufsichtsgremien der Abschluss der Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium von Porsche zur Rückführung des bestehenden Großkredits. Dabei werde die Porsche SE den bestehenden Kreditrahmen über 10,75 Milliarden Euro ablösen durch eine neue Kreditlinie, „die bis zu einem Gesamtvolumen von 8,5 Milliarden Euro reicht“.
Diese Summe verteile sich auf drei Tranchen mit Laufzeiten zwischen zwei und drei Jahren und reduziere die Zinslast von Porsche deutlich. An der neuen Kreditlinie beteiligen sich demnach ausnahmslos alle Banken, die auch in der alten Linie engagiert waren, mit unveränderten Quoten.
Zuvor hatte auch der Aufsichtsrat des VW-Konzerns den Durchführungsverträgen zur Grundlagenvereinbarung zugestimmt. In den Verträgen werden die organisatorischen, strukturellen und rechtlichen Einzelheiten der Fusion geregelt. Auch die letzten Etappen bis zum Abschluss der Verschmelzung von VW und Porsche im Jahr 2011 werden darin festgelegt. Dazu will VW zunächst bis Ende 2009 mit 49,9 Prozent beim Sportwagengeschäft von Porsche einsteigen. Am 3. Dezember will Volkswagen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung über die Ausgabe neuer Vorzugsaktien auf den Weg bringen, um die Milliarden für den Porsche-Einstieg aufzubringen.
Nach Informationen von „Spiegel Online“ gab es bei der Abstimmung im Aufsichtsrat auch Widerstand. Zwei Mitglieder des Gremiums hätten dagegen gestimmt. Zu Beginn der Sitzung hätten sogar vier Vertreter der Kapitalseite Bedenken gegen das Geschäft gehabt. Die Familien Porsche und Piech hätten daraufhin die Summe erhöht, mit der sie als Verkäufer für möglicherweise verdeckte Risiken bei Porsche haften würden.
Am Freitag gab VW zudem den Einstieg beim Autobauer Karmann und die Schaffung von 1.000 Arbeitsplätzen bekannt. Dazu werden Maschinen, Anlagen und Grundstücke von Karmann gekauft. VW will auf dem Karmann-Firmengelände in Osnabrück ab 2011 eine Fahrzeugproduktion aufnehmen. VW müsse nur noch „abschließende Verhandlungen mit den Gesellschaftern der Karmann Besitzgesellschaft und dem Insolvenzverwalter führen“, wie der Konzern Freitag erklärte. Für Karmann geht mit dem Verkauf des Geländes an VW eine mehr als 100-jährige Firmengeschichte zu Ende. Daneben gibt es noch die seit April insolvente Wilhelm Karmann GmbH mit noch 902 ungekündigten Beschäftigten, die vor allem Cabriodächer als Zulieferer für verschiedene Hersteller baut.
AP/cn
Erschienen am 20.11.2009
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