Anbieter im Vergleich
Strompreise 2010 – Wer erhöht, wer senkt
Strom wird in Deutschland ab 2010 für Millionen Verbraucher teurer. Mehr als 40 Energieversorger, darunter die Konzerne Vattenfall und EWE, ziehen die Preise an. Die Stromkosten steigen teilweise um fast 14 Prozent. Aber einige Anbieter senken die Stromtarife sogar.
Neben mehr als 40 regionalen Stromversorgern erhöhen auch die Konzerne Vattenfall in Hamburg und Berlin sowie der Anbieter EWE in Niedersachsen die Strompreise ab Januar 2010. Zum Teil wird für viele Haushalte der Strom schon ab Dezember 2009 teurer. Dies zeigt ein Preisvergleich des Portals toptarif.de, der Morgenpost Online vorliegt.
"Neben vielen kleineren und mittleren Stadtwerken planen auch Großunternehmen wie Vattenfall, EnBW, EWE und ENTEGA eine Verteuerung ihrer Stromtarife", sagte Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de. Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden – dies entspricht einem durchschnittlichen privaten Haushalt mit vier Personen, macht die Preiserhöhung demnach knapp 50 Euro pro Jahr oder 4,7 Prozent aus.
Auf der anderen Seite hätten 19 regionale Energieunternehmen für das kommende Jahr sinkende Strompreise ab Januar angekündigt. Bei dem Nürnberger Anbieter N-Ergie macht die Preissenkung laut Toptarif rund sieben Prozent aus.
Die Stromversorger begründen die Preiserhöhungen mit den gestiegenen Kosten. EWE in Oldenburg, die den Strom im Grundtarif um 13,9 Prozent erhöht, nannte die höheren Kosten für erneuerbare Energien sowie gestiegene Netzentgelte und Einkaufspreise. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Aber er hat auch seinen Preis", sagte EWE-Vertriebsleiter Christian Haferkamp. Ähnlich argumentiert Vattenfall.
Gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Erzeuger von Wind- und Sonnenenergie feste Preise für den ins Netz eingespeisten Strom, die in der Regel höher liegen als die für Strom aus Kohle oder Atomkraft.
EWE erklärte zu den gestiegenen Einkaufspreisen: "In dem Strom, den EWE ab 2010 an Privathaushalte verkauft, stecken auch Stromteilmengen, die EWE zu hohen Handelspreisen im Jahr 2008 eingekauft hat", sagte Haferkamp.
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