Branchenvergleich
So viel Weihnachtsgeld erhalten Arbeitnehmer 2009
Mittwoch, 25. November 2009 17:02In Branchen mit guten Tarifabschlüssen fällt das Weihnachtsgeld in diesem Jahr üppiger aus als im Vorjahr. Dies hat das Tarifarchiv des Deutschen Gewerkschaftsbundes errechnet. Aber wegen der Krise wird die Gratifikation zum Teil gar nicht ausgezahlt. In manchen Branchen gehen die Mitarbeiter sogar leer aus.
In tarifgebundenen Betrieben liege der Zuwachs dann je nach Branche und Region zwischen 1,5 Prozent und 7,3 Prozent, das entspricht bei mittleren Einkommen 16 Euro bis 117 Euro. Das teilte das WSI- Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf mit.
Beschäftigte profitierten von neuen Tarifabschlüssen, hieß es zur Erklärung. Die stärkste Erhöhung erhalten demnach Mitarbeiter in der chemischen Industrie in Ostdeutschland mit 7,3 Prozent beziehungsweise 117 Euro.
Zu früh freuen dürfen sich Beschäftigte mit Zuwächsen allerdings nicht: Wegen der Krise werde der Bonus nicht in allen Betrieben voll ausgezahlt, hieß es. In vielen Tarifverträgen gebe es spezielle Klauseln, die in Krisenzeiten Abstriche bei Sonderzahlungen erlauben. In jedem zehnten Betrieb wurden laut einer Umfrage unter Betriebsräten seit Mitte vergangenen Jahres Abstriche bei Sonderzahlungen und Zulagen vorgenommen, berichtete das Tarifarchiv.
Spitzenreiter bei der Bemessungsgrundlage des Weihnachtsgeldes sind die Beschäftigten im Bankgewerbe und in der Süßwarenindustrie, denen jeweils ein volles Monatsgehalt zusteht. In der westdeutschen Chemieindustrie sowie in der Druckindustrie sind immerhin 95 Prozent fällig.
Darunter liegen unter anderem die Bereiche Versicherungen (80 Prozent) und der westdeutsche Einzelhandel (62,5 Prozent). Im öffentlichen Dienst der Gemeinden beträgt das Weihnachtsgeld je nach Vergütungsgruppe zwischen 60 und 90 Prozent. Kein Weihnachtsgeld erhalten laut WSI-Tarifarchiv die Beschäftigten des Bauhauptgewerbes im Osten und des Gebäudereinigerhandwerks.Tabelle: Jahressonderzahlung 2009 (Tarif) nach Branchen (% des
Monatsbruttos)
Branche | West | Ost |
Energie | 50-100 % | 100 % |
Eisen und Stahl | 110 % | 110 % |
Chemie | 95 % | 65 % |
Metall | 25-55 % | 20-50 % |
Kfz | 10-55 % | 20-50 % |
Holz, Kunststoff | 57,5 % | 60 % |
Papier, Pappe | 95 % | 95 % |
Druck | 95 % | 95 % |
Textil | 100 % | 60 % |
Bekleidung | 82,5 % | k. Tarif |
Süßwaren | 100 % | 100 % |
Bauhauptgewerbe | Arb. 93 % Ang. 55 % | - |
Einzelhandel | 62,5 % | 50 % |
Deutsche Bahn | 100 % | 100 % |
Transport/ Verkehr | 30-40 % | Einmalzahlg. (s. oben) |
Banken | 100 % | 100 % |
Versicherungen | 80 % | 80 % |
Hotels, Gaststätten | 50 % | Einmalzahlg. (s. oben) |
Öffentlicher Dienst | 60-90 % | 45-67,5 % |
Quelle: WSI Tarifarchivdpa/woz/oht






















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