Verkauf unklar
Opel-Treuhandmitglied plädiert für Verbleib bei GM
Die geplante Übernahme von Opel durch Magna wackelt. Wegen der Bedenken der EU-Kommission schließt der Mutterkonzern General Motors ein Scheitern des Geschäftes nicht aus. Dann will GM seine Tochter selbst sanieren – mit hohen Jobverlusten. Opel-Treuhandmitglied Dirk Pfeil hält dies für die beste Lösung.
Opel-Treuhandmitglied Dirk Pfeil hat sich für den Verbleib des angeschlagenen Autobauers bei der bisherigen Konzernmutter General Motors (GM) und damit gegen einen Verkauf an den Zulieferer Magna ausgesprochen. "Wenn GM Opel mit Hilfe des Bundes saniert, wäre das für alle Beteiligten die beste Lösung", sagt Pfeil. "Für die deutschen Steuerzahler wäre das auch die billigste Variante."
Bei einem Verbleib im GM-Verbund sieht Pfeil auch die Gefahr eines Abflusses deutschen Know-hows nach Russland gebannt. "Dieses Thema hätte sich dann erledigt." Der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna hatte im September gemeinsam mit der russischen Sberbank von GM den Zuschlag für Opel erhalten. Pfeil hatte sich unter anderem deshalb gegen Magna ausgesprochen, weil er "die Übertragung deutschen Fachwissens nach Russland und den späteren Abbau von Arbeitsplätzen bei uns" befürchtete. Ein Sprecher der Treuhand erklärte dazu, es handele sich keinesfalls um eine Gesamtmeinung der Treuhand, sondern um eine Privatmeinung.
Der hessische FDP-Politiker sitzt für die vier Bundesländer mit Opel-Standort im Beirat der Treuhand, bei dem die Mehrheit der Opel-Anteile geparkt sind. Er hat sich ursprünglich für einen Verkauf an den Finanzinvestor RHJ ausgesprochen. Der ist inzwischen aber nicht mehr an Opel interessiert.
Die für vergangene Woche geplante Unterzeichnung des Kaufvertrags zwischen GM und Magna hatte sich verzögert, weil die EU-Kommission Bedenken äußerte. Sie fürchtet, dass die zugesagten deutschen Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro für die Rettung von Opel einseitig an Magna gekoppelt seien. Die Bundesregierung habe inzwischen in einem Brief an die EU-Kommission zugesichert, dass ihre Opel-Hilfen nicht an einen bestimmten Investor gebunden gewesen seien, teilte ein Sprecher in Brüssel mit. Pfeil zeigte sich darüber verwundert: "Der öffentliche Eindruck war doch ein anderer".
Die Bundesregierung rechnet trotz der Bedenken der EU-Kommission mit einem Verkauf des Autoherstellers Opel an das Konsortium um den Autozulieferer Magna. "Es gibt keinen Anlass, bisherige Entscheidungen in Frage zu stellen", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.
Ein Vertragsabschluss zwischen Magna und dem bisherigen Mutterkonzern General Motors (GM) sei für diesen Mittwoch angestrebt, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die Einigung sei "grundsätzlich möglich". Als Voraussetzung gilt, dass die von Brüssel gewünschten Klarstellungen von GM und der Bundesregierung vorliegen.
Allerdings: Wegen der Bedenken der EU-Wettbewerbshüter schließt GM einScheitern des Geschäfts nicht aus. Für diesen Fall ist der Autobauer nach einem Bericht des "Wall Street Journals" darauf vorbereitet, Opel doch zu behalten und selbst zu sanieren. Allerdings würden nach diesem "Plan B" weit mehr Stellen gestrichen als vom österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna geplant, berichtete das Blatt unter Berufung auf Insider.
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