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16.10.09

Positionspapier

Arbeitgeber locken mit 125.000 neuen Stellen

Mit einem dicken Beschäftigungsplus wollen die Arbeitgeber reagieren, sollte die neue Regierung die Sozialbeiträge senken. Drohende Beitragssatzsteigerungen müssen abgewendet werden, fordert die Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände in einem Positionspapier.

© AP
Dieter Hundt
BDA-Präsident Dieter Hundt : Um die Senkung der Sozialbeiträge zu finanzieren, empfehlen die BDA "Ausgaben reduzierende Strukturreformen"

Die Senkung der Lohnnebenkosten kann der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) zufolge Hunderttausende Jobs schaffen und erhalten. Bei einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge um einen Prozentpunkt ergebe sich mittelfristig ein Beschäftigungsplus von 125.000 Personen, heißt es in einem Positionspapier der BDA namens "Arbeit entlasten – Beschäftigung schaffen", das Morgenpost Online vorliegt.

Zu den "Kernaufgaben der neuen Legislaturperiode" gehöre es, "die nach wie vor hohe Belastung von Löhnen und Gehältern durch Sozialbeiträge kurzfristig zumindest zu begrenzen und mittel- und langfristig zu senken", heißt es in dem Papier. Vordringliche Aufgabe müsse es sein, die ab 2011 drohenden deutlichen Beitragssatzsteigerungen bei der Bundesagentur für Arbeit und in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verhindern.

Die Sozialbeiträge machten rund zwei Drittel des Abstands zwischen Brutto-Arbeitskosten und Netto-Arbeitsentgelt aus, das sei zuviel.

Die Arbeitgeber drohen damit, Arbeitsplätze ins Ausland verlagern zu müssen. Niedrige Sozialbeiträge senkten die Arbeitskosten und "verringern so den Druck, vorhandene Arbeitsplätze aus Kostengründen ins Ausland zu verlagern", schreibt der Verband in dem Papier. Bei einer Produktionsverlagerung ließe "sich der technische Standard und das Know-How, also letztlich das heimische Produktionsniveau, zu großen Teilen exportieren". Niedrige Arbeitskosten erhöhten die Rentabilität von Arbeitsplätzen und verringerten den Druck, Arbeit durch Maschineneinsatz zu ersetzen.

Insbesondere glauben die Arbeitgeber, dass Geringqualifizierte bei niedrigeren Sozialabgaben bessere Aussichten hätten, den Einstieg in Arbeit zu finden. "Da die Produktivität einfacher Tätigkeiten nur gering ist, lohnen sich diese Arbeiten nur bei entsprechend niedrigen Arbeitskosten", heißt es.

Ein weiterer positiver Effekt niedriger Sozialbeiträge sei, dass die Arbeitnehmer mehr netto von ihrem Gehalt übrig bliebe. Sie hätten dann "mehr Kaufkraft und bessere Möglichkeiten zum Sparen und Vorsorgen", argumentieren die Arbeitgeber. So werde auch der Konsum angekurbelt.

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