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07.10.09

Barcode

Wie der Strichcode das Einkaufen revolutionierte

Vor 60 Jahren starteten Joseph Woodland und Bernard Silver in den USA mit ersten Barcode-Versuchen. Seit den 80er-Jahren ist der 13-stellige EAN-Code in Europa Standard und er hat das Bezahlen im Einzelhandel völlig umgekrempelt. Auch die Nachfolgetechnik RFID konnte den Strichcode nicht ersetzen.

© dpa
Barcode auf einer Milchverpackung: Mit diesem EAN-Code ist die Ware für Computer und Kassen eindeutig identifizierbar
Barcode auf einer Milchverpackung: Mit diesem EAN-Code ist die Ware für Computer und Kassen eindeutig identifizierbar

Es ist noch gar nicht so lange her, da standen auf dem Kassenzettel im Supermarkt lediglich Zahlen. "1,99, 0,59, 0,99, ..." Die Preise waren aufgelistet, aber es gab keine Hinweise auf die gekauften Produkte. Es brauchte dreizehn unterschiedlich dicke schwarze Striche, um das zu ändern: Der flächendeckende Einsatz des "EAN Barcodes" und der dazu gehörenden Scannerkassen in Deutschlands Einkaufstempeln in den 80er-Jahren sorgte für Übersicht.

Seither steht statt einer nackten einsamen Zahl für ein Produkt so etwas wie "0,99 Euro, Weingummi 250g" auf dem Kassenbon und die Kassiererinnen tippen auch keine Zahlen mehr ein, sondern lesen nur noch den Block unterschiedlich breiter schwarzer Balken per Scanner ein. In atemberaubendem Tempo. Der 13-stellige Code, der dies ermöglicht, wird heute 30 Jahre alt.

Zwar gab es schon vor 1977 ähnliche Systeme - aber kein international einheitliches. Händler etwa mussten die Produktkennzeichnungen der Hersteller in ihre Code-Sprache übersetzen und die Artikel im Regal damit versehen. Das kostete Zeit und Geld. Der EAN-Barcode hingegen verpasst Billionen Produkten auf der Welt in jeder Stufe der Produktion ein unverwechselbares Kennzeichen. Mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von gerade eins zu 6.000.000.000. EAN steht für "Europäische Warennummer", Bar ist das englische Wort für "Balken". Inzwischen haben sich auch die USA angeschlossen, die schon 1974 ihr System gestartet hatten. Die Nachfolgetechnik RFID wird bereits erprobt. Allererste Versuche von Bernhard Silver und Joseph Woodland in den USA reichen genau 60 Jahre zurück.

Die wahren Vorteile spielt das System aus, wenn der Kunde den Laden bereits verlassen hat. Denn dann meldet die Kasse an das sogenannte Warenwirtschaftssystem beispielsweise: zwölf Flaschen Mineralwasser verkauft. Sind so viele Flaschen verkauft, dass der Bestand zur Neige geht, gibt das System dem Einkäufer Bescheid oder bestellt beim Lieferanten gleich selber neue Ware. Sind die Systeme von Händler und Lieferant vernetzt, gleicht der Computer die Bestellung mit dem Bestand im Hersteller-Lager ab. Wird es dort knapp, kann der Code dafür sorgen, dass nachproduziert wird.

Textilketten wir Takko lassen Hemd und Hose gleich beim Hersteller in Asien mit dem Code versehen, das spart zusätzliches Geld. Bei Nachfolgetechnik mit Radiofrequenz, RFID genannt, zeigt ein Funkchip immer an, wo in der Welt sich das Produkt gerade befindet. Für den Kunden könnte das irgendwann einmal den Vorteil haben, dass das Bezahlen viel schneller geht: Einfach den gefüllten Einkaufswagen am Lesegerät vorbeifahren und schon kommt die komplette Rechnung - ohne auch nur ein Teil auspacken zu müssen. Große Paletten allerdings werden bei Metro, Rewe oder Karstadt schon per RFID identifiziert. Doch noch sind die Chips mit etwa acht Cent pro Stück zu teuer, um sie auf jeden Joghurtbecher zu kleben.

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