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11.09.09

Nabucco-Pipeline

Energie-Lobbyist Fischer fordert Hilfe der EU

Wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder: Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer betreut jetzt ebenfalls ein eigenes Pipeline-Projekt. Als RWE-Berater fordert Fischer die volle Unterstützung der EU für die geplante Nabucco-Pipeline. Ein Scheitern der Erdgas-Verbindung aus dem Kaspischen Raum wäre ein "Desaster".

© ddp/DDP
Fischer wird Berater des Pipeline-Projekts Nabucco
Joschka Fischer: Der ehemalige Außenminister der Grünen ist heute für den Energiekonzern RWE als Berater tätig

Der frühere grüne Bundesaußenminister und jetzige RWE-Berater Joschka Fischer hat die volle politische Unterstützung der Europäischen Union für das private Pipeline-Projekt "Nabucco" eingefordert. "Käme Nabucco nicht, wäre das für die EU ein ziemliches Desaster", sagte Fischer in der Repräsentanz des Energiekonzerns RWE in Berlin. Die Unterbrechungen der Erdgaslieferungen aus Russland hätte gezeigt, "wie fragil die europäische Versorgungssicherheit sein kann".

Fischer hatte zuvor seine Beratertätigkeit für die Energiekonzerne RWE und OMV (Österreich) aufgenommen. Beide Unternehmen zusammen sind mit rund 33 Prozent an dem Projekt beteiligt, das ab 2014 Erdgas aus dem Kaspischen Raum unter Umgehung Russlands an die Deutsch-Österreichische Grenze bringen soll. Neben RWE und OMV sind Energiekonzerne aus der Türkei, Rumänien, Bulgarien und Ungarn beteiligt.

Fischer soll seine außenpolitischen Erfahrungen einbringen, um politische Hindernisse gegen den Bau zu beseitigen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Nach einer Regierungsvereinbarung, die im Juli in Ankara geschlossen worden war, gilt die grundsätzliche Unterstützung der beteiligten Länder zwar als gesichert.

Allerdings gilt es vor der endgültigen Investitionsentscheidung, die erst Ende 2010 getroffen werden soll, auch politische Bedenken in der EU, in den USA und Russland zu überwinden. Zudem muss noch die Bereitstellung von Gasmengen etwa aus Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Irak sichergestellt werden. Bedenken der USA, die Pipeline könne dazu dienen, Europa abhängig von iranischem Erdgas machen, wies Fischer zurück: Die Pipeline komme ohne iranisches Erdgas aus. "Der Iran ist nicht vorgesehen."

Das vom früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder betreute Pipeline-Projekt Nordstream, das Gas aus Russland durch die Ostsee nach Deutschland bringen soll, sei keine Konkurrenz für Nabucco, betonte Fischer. Auf die Frage, ob sein Eintreten für Nabucco seine aus Regierungszeiten stammende "Männerfreundschaft" mit Gerhard Schröder belaste, reagierte Fischer gut gelaunt: "Wie definieren Sie Männerfreundschaft?", fragte er zurück: "Wir waren nie zusammen in der Sauna, wenn Sie das meinen."

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