Abfindung
Ex-Arcandor-Chef spendet bis zu fünf Millionen
Der Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will bis zu einem Drittel seiner Abfindung spenden. Das wären fünf Millionen Euro. Das Geld soll den Mitarbeitern des insolventen Unternehmens zugute kommen und soziale Härten abfedern. Zuvor war Karl-Gerhard Eick wegen der Höhe seiner Gehaltsansprüche kritisiert worden.
Angetreten war Karl-Gerhard Eick bei Arcandor als Sanierer in einem nahezu rettungslosen Fall. Nach nur einem halben Jahr ist der "Feuerwehreinsatz" seit Dienstag mit seinem Abgang bei dem insolventen Unternehmen beendet. Eick steht wegen Gehaltsansprüchen von bis zu 15 Millionen Euro heftig in der Kritik.
Der Top-Manager reagierte und kündigte in der "Bild" eine Spende von einem Drittel des Geldes für Mitarbeiter des Unternehmens an, um soziale Härten abzufedern. Das wären bis zu fünf Millionen Euro. "Denkbar ist, dass unter anderem behinderte Menschen sowie andere sozial Bedürftige Mitarbeiter unterstützt werden", schreibt das Blatt weiter. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg soll entscheiden, wie das Geld verteilt wird.
Die umstrittenen Gehaltsansprüche waren dem 55-jährigen vor seinem Amtsantritt von den Gesellschaftern des Arcandor-Großaktionärs Sal. Oppenheim garantiert worden. Dabei geht es um die Summe von bis zu drei Millionen Euro jährlich für die gesamte Laufzeit seines Fünf-Jahres-Vertrags. "Keiner hätte diese Aufgabe gemacht ohne eine entsprechende Absicherung", verteidigte sich Eick.
"Ich verstehe den Ärger", räumte der Manager ein. "Aber es ist nichts anderes, als was ich bei meinem früheren Arbeitgeber verdient hätte." Bei seinem früheren Arbeitgeber Telekom hatte der Spitzenmanager zuletzt ein Gehalt von 2,8 Millionen Euro im Jahr bezogen.
Angesichts der Millionenabfindung für Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick kritisierte Kanzlerin Angela Merkel erneut Manager deutscher Konzerne. Bonuszahlungen ohne die Kopplung an den langfristigen Unternehmenserfolg seien nicht angemessen, sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Neumünster.
"Wenn Manager nach einem halben Jahr Arbeit mit 15 Millionen Euro abgefunden werden, dann geht etwas kaputt in unserem Land", kritisierte Merkel. Das werde von der Bevölkerung, die hart arbeiten müsse, nicht als gerecht empfunden. Die Menschen hätten beim Wiederaufbau nach dem Krieg und nach dem Mauerfall nicht gefragt, "Was steht mir zu?", sondern "Was kann ich für das Land tun?"
Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane hatte über einen "Würgereiz" anlässlich der Berichte über die hohen Zahlungen an Eick berichtet. Auch von Arcandor-Mitarbeitern war Eick heftig kritisiert worden.
Bei seinem früheren Arbeitgeber Telekom hatte sich Eick einen Namen als ausgewiesener Finanzexperte gemacht. An der Arcandor-Spitze sollte er als Nachfolger von Thomas Middelhoff sein Geschick zunächst vor allem bei anstehenden Verhandlungen mit den Banken und später mit der Politik beweisen. Die drohende Insolvenz konnt er aber nicht mehr abwenden.
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