Karstadt-Konzern
Arcandor ist am Ende – Chef Eick geht mit Millionen
Der Karstadt-Konzern Arcandor hat das Insolvenzverfahren für 15 Unternehmen beantragt. Darunter sind neben der Konzernholding, die Karstadt-Warenhaus AG, Primondo und Quelle. Vorstandschef Karl-Gerhard Eick hat auf die Kritik an seiner Abfindung reagiert und angekündigt, einen Teil seiner Abfindung zu spenden.
Tag der Wahrheit für Arcandor: Beim Essener Handelsunternehmen Arcandor ist am Dienstag offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dies teilte das Amtsgericht Essen mit. Für zunächst 15 Unternehmen des Konzerns wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick ist damit bei seinem Bemühen gescheitert, den Konzern als Ganzes zu erhalten.
Zum Insolvenzverwalter der wesentlichen Unternehmensteile sei Klaus Hubert Görg bestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Görg war bereits vorläufiger Insolvenzverwalter der Arcandor-Gesellschaften.
Unter den 15 Unternehmen sind die Holding Arcandor AG sowie die wichtigsten Töchter wie die Karstadt Warenhaus GmbH und die Versandhandelsunternehmen Primondo GmbH und Quelle GmbH. Es sei mit der Entscheidung auch in weiteren Arcandor-Verfahren zu rechnen, kündigte das Gericht an. Insgesamt wird am Dienstag mit der Eröffnung von rund 40 Insolvenzverfahren durch das Essener Gericht gerechnet.
Vorstandsvorsitzernder Eick verließ das Unternehmen nach nur sechs Monaten. Die Bank Sal. Oppenheim als einer der Haupteigentümer von Arcandor, hatte Eick im Frühjahr geholt und ihm für seinen Fünf-Jahres-Vertrag ein Gehalt von insgesamt 15 Millionen Euro garantiert – auch für den Fall der Insolvenz.
Eick hat unterdessen auf die Kritik an seiner Abfindung in Höhe von 15 Mio. Euro reagiert. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Ich will das Geld für Mitarbeiter des Arcandor-Konzerns spenden, um soziale Härten wegen der Insolvenz abzufedern. Denkbar ist, dass unter anderem behinderte Menschen sowie andere sozial bedürftige Mitarbeiter unterstützt werden."
Damit begegnet der Manager der öffentlichen Empörung über die üppige Zahlung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor gesagt, sie habe absolut kein Verständnis dafür, "wenn jemand, der ein insolventes Unternehmen leitet, für sechs Monate Arbeit das gesamte Gehalt für fünf Jahre bekommt".
Neben Eick scheiden fünf weitere Vorstandsmitglieder aus dem Unternehmen aus. Dies sind Finanzvorstand Rüdiger Andreas Günther, der Chef der Touristiksparte Thomas Cook Manny Fontenla-Novoa, Karstadt-Manager Stefan Herzberg sowie Arnold Mattschull (Zentraleinkauf) und Zvezdana Seeger (IT).
Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wird der für die Versandhandelssparte Primondo zuständige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Marc Sommer bleiben. Er unterstütze weiterhin den Verkaufsprozess sowie die operative Steuerung seines Verantwortungsbereichs, hieß es.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Gipfeltreffen geplatzt: Gerzerre um Karstadt geht noch einmal weiter
- Handelskette: Nur noch ein Gläubiger blockiert Karstadt-Einigung
- Handelskette: Ver.di macht Weg frei für Karstadt-Sanierung
- Handelskette: Ver.di macht Weg frei für Karstadt-Sanierung
- Kredite: Karstadt-Investor Berggruen mit Valovis einig
- Investor: Berggruen zahlt für Karstadt nur einen Euro
-
20:49Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
20:11Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
-
19:17Karneval: Kreuzberger Käuze, Kinder und eine lange Karawane
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 3. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 4. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler
- 5. Formel 1 in Monaco Strafversetzung verdirbt Schumacher nicht die Laune














