Insolventer Konzern
Middelhoff verliert bei Arcandor-Pleite Millionen
Der ehemalige Vorstandschef des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor wird wegen der Insolvenz des Konzerns wohl etliche Millionen in den Wind schreiben können. Thomas Middelhoffs Nachfolger brauchen sich dagegen um ihre Finanzen keine Sorgen zu machen. Sie haben ihre Abfindungen schon sicher.
Von Hagen Seidel
Neben Konzernchef Karl-Gerhard Eick gibt es beim Handels- und Touristikkonzern Arcandor weitere Vorstände, die für den Fall der Insolvenz eine Absicherung ihrer Gehälter garantiert bekommen haben. Wie Morgenpost Online erfuhr, bürgen die Gesellschafter des Bankhauses Sal. Oppenheim als Großaktionär auch für einen Teil der Bezahlung von Einkaufsvorstand Arnold Matschull (Einkauf) und Zvezdana Seeger, die sich im Chefgremium um den Verkauf von Konzernbestandteilen wie den Premiumhäusern KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger kümmern sollte.
Das berichten unternehmensnahe Kreise. Sal. Oppenheim bestätigte auf Anfrage, dass es für Seeger und Matschull die Zusage einer begrenzten Absicherung für den Fall der Insolvenz gibt.
Eick, der sein Amt als Vorstandsvorsitzender von Arcandor erst im März antrat, hatte Seeger und Matschull im Frühjahr ins Unternehmen geholt. Ihm selber garantieren die Oppenheim-Gesellschafter die Auszahlung seines gesamten Gehaltes selbst für den Fall der – inzwischen eingetretenen – Insolvenz. Über fünf Jahre bekommt Eick zwei Millionen Euro plus möglicher Boni von einer Million Euro pro Jahr.
Die anderen rund 40.000 von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiter dagegen müssen um ihre Einkommen fürchten.Dder langjährige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat durch die Insolvenz offenbar Millionen verloren. So bekam er bei seinem Abschied Ende Februar von seinem zugesagten Ausstiegspaket über knapp vier Millionen Euro zunächst nur die Hälfte ausgezahlt.
Bevor die zweite Hälfte überwiesen werden konnte, rutschte Arcandor jedoch in die Insolvenz. Diese ausstehende Summe muss das Unternehmen jetzt nicht mehr zahlen. Dass Middelhoff später noch etwas von dem Geld bekommt, halten Beobachter für unwahrscheinlich.
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