Deutsche Verhandlungstaktik
US-Chef der Opel-Treuhand attackiert Regierung
Der Chef der Opel-Treuhand, Fred Irwin, hat die Bundesregierung scharf kritisiert, weil sie sich seiner Meinung nach zu früh auf Magna festgelegt hat. Die Antwort aus Deutschland kam prompt: Unionsfraktionschef Volker Kauder wirft General Motors einen "Eiertanz" vor – und fordert Klarheit für Opel.
Bei einer Länge von immerhin 4,91 Meter bietet der Kombi relativ wenig Platz für Gepäck. Der Laderaum schluckt zwischen 540 und 1530 Liter.
Der Chef der Opel-Treuhand, Fred Irwin, hat die Bundesregierung für ihre Verhandlungstaktik gegenüber General Motors kritisiert. "Die deutsche Politik hat sich viel zu früh festgelegt", sagte der US-Amerikaner dem "Tagesspiegel". Die ehemalige Opel-Mutter befinde sich ökonomisch nicht mehr in der gleichen schwierigen Lage wie noch vor einigen Monaten.
Bei dem Angebot des Finanzinvestors RHJ sieht der Detroiter Konzern demnach keine Hindernisse, bei dem von der Bundesregierung bevorzugten Investor Magna dagegen durchaus. "Alle Szenarien werden jetzt noch einmal geprüft", sagte Irwin. Der Amerikaner leitet den Beirat der Opel-Treuhand, die 65 Prozent der Anteile an dem deutschen Autobauer hält und den Rüsselsheimer Autobauer vor der Insolvenz des Mutterkonzerns bewahrt hat.
Irwin erwartet dennoch eine schnelle Entscheidung über die Zukunft von Opel. "Der GM-Verwaltungsrat kommt in der nächsten Woche zusammen, und ich hoffe, dass er diesmal eine klare Empfehlung ausspricht", sagte er. "Jeder Tag, den es länger dauert, schadet Opel." Bund und Länder favorisieren bei den Verhandlungen mit General Motors das Übernahmeangebot des Konsortiums um den kanadischen Autozulieferer Magna .
Die Bundesregierung will die Kritik aber nicht auf sich sitzen lassen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) griff den US-Autobauer General Motors scharf an. "Wenn man sieht, welchen Eiertanz GM aufführt, kann man nachvollziehen, warum dieser Konzern in eine so schwierige Lage geriet", sagte Kauder der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Wenn der Eigentümer glaubt, er hat genügend Mittel, um die Probleme selber zu lösen, dann muss er endlich Geld auf den Tisch legen. Es muss Klarheit für Opel geben."
Die Bundesregierung tue alles, was in ihrer Macht stehe. Sie könne aber nicht mehr tun. "Die US-Präsidentschaft will sich nicht einschalten. Deshalb ist auf politischer Ebene kein weiterer Druck zu machen", sagte Kauder.
Der CDU-Politiker bekräftigte, die Bundesregierung werde Opel nicht weiter unterstützen, wenn der Hersteller unter dem GM-Konzerndach verbliebe. Er schließe für diesen Fall öffentliche Hilfen aus, "weil wir in einem Verbleib von Opel bei GM keine Perspektive sehen. Die Zusage der Bundesregierung bezieht sich ausschließlich auf Magna."
Zur Kritik an der Bundesregierung sagte Kauder, diese habe alles richtig gemacht. Sie habe den Versuch unternommen, Opel von GM zu trennen, sie habe sich mit den Ländern und der Belegschaft für einen Investor entschieden, der eine Perspektive biete.
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