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Brandenburg

Deutschlands größter Solarpark geht ans Netz

Solarpark der Superlative: Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose in Brandenburg steht seit Mitte August auf einer Fläche von 210 Fußballfeldern das größte Sonnenkraftwerk Deutschlands. Mit 53 Megawatt installierter Leistung sollen künftig bis zu 50.000 Einwohner mit Strom versorgt werden.

Größtes Deutsches Photovoltaik-Kraftwerk vor Fertigstellung
Foto: dpa
Der Solarpark Lieberose bei Cottbus aus dem Flugzeug betrachtet: Bisher kommen nur 0,5 Prozent des deutschen Stroms aus Photovoltaikanlagen

Der bisher größte deutsche Solarkraftwerk ist in Brandenburg eingeweiht worden. Der Solarpark in Lieberose bei Cottbus mit einer maximalen Leistung von 53 Megawatt kann etwa 15.000 Einfamilienhäuser mit Strom versorgen, wie der Bundesbeauftragte für die neuen Länder, Wolfgang Tiefensee (SPD), mitteilte. Laut dem Land Brandenburg handelt es sich bei der Anlage um das zweitgrößte Solarkraftwerk der Welt.

Allerdings ist die Stromproduktion der gigantischen Anlage im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken bescheiden. So hat ein durchschnittliches Steinkohlekraftwerk etwa 700 Megawatt Leistung. Auch erheben einige Umweltschützer Bedenken, wegen der Bebauung der rund 160 Hektar großen Fläche könnten zum Beispiel Vögel verdrängt werden.

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck hielt dem entgegen: „Nach der Nutzung als Solarpark wird die Fläche der Natur zurückgegeben.“ Dafür ist ein Zeitraum von 20 Jahren vorgesehen, in dem das Land Brandenburg die Fläche in Lieberose den Betreibern verpachtet. Mit den Einnahmen soll die Sanierung des mit Munitionsresten verunreinigten Bodens bezahlt werden.

Nach Ablauf des Pachtvertrags könne die Photovoltaik-Anlage abgebaut werden, erklärten auch die Betreiber. Dann entstehe eine Heidefläche, die für Naturschutz-Ziele genutzt werden könne.

Vorerst preisen die Investoren Juwi und First Solar den nach ihrer Darstellung zweitgrößten Solarpark der Welt aber vor allem als „Leuchtturmprojekt der Solarbranche“. Auch der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), äußerte sich euphorisch: „Der Solarpark in Lieberose zeigt, was deutsche Solarunternehmen erreichen, wenn sie zusammenarbeiten.“ Vor allem Ostdeutschland profitiere von einem „technologischen Vorsprung“.

Deutschland gilt in der Solartechnik als einer der Marktführer weltweit. Hintergrund ist das Erneuerbare Energien Gesetz, das Solarstrom seit zehn Jahren fördert – derzeit mit einer Vergütung von mehr als 40 Cent je Kilowattstunde. Noch immer kommen aber nur etwa 0,5 Prozent des deutschen Stroms aus Photovoltaikanlagen. Bei der Produktion von Solarmodulen, die in den vergangenen Monaten einen Preisverfall erlebt haben, machen chinesische Hersteller deutschen Firmen starke Konkurrenz.

Tiefensee meinte, man habe erkannt, dass es keinen Sinn habe, mit China um die billigste Fertigung der Module zu wetteifern. Deutsche Stärken seien das Wissen und Können sowie die Vernetzung zwischen Industrie und Forschungseinrichtungen. „Mit diesem Referenzprojekt präsentieren wir der Welt, was deutsche Solartechnik leisten kann“, erklärte er.

Noch ist der Solarpark nicht fertig, obwohl er bereits Strom produziert. Mit der Installierung des 560.000sten Dünnschichtmoduls wurde er nach Darstellung der Betreiber zur größten Anlage dieser Art in Deutschland und zur zweitgrößten weltweit – die größte steht in Spanien. Bis zum Herbst soll der Park auf 700.000 Kollektoren wachsen. Dann werden die 53 Megawatt installierter Leistung erreicht. Damit lassen sich nach Darstellung der Investoren 53 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, die für 15.000 Haushalte oder 50.000 Menschen reichen.

Solarstrom gilt als klimafreundlich. Wegen des hohen Energieaufwands bei der Herstellung der Module entstehen zwar schädliche Emissionen, aber gerechnet je Kilowattstunde nur etwa ein Zehntel des Werts von Kohlestrom. Tiefensee gab die jährliche Menge gesparten Kohlendioxids in Lieberose mit 35.000 Tonnen an.

AP/mos

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