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13.08.09

Versandhandel

Arcandor-Tochter Primondo streicht 3700 Stellen

Das Versandunternehmen Primondo, das auch den Quelle-Katalog herausgibt, streicht bis Januar 3700 Stellen. Allein in der Region Nürnberg sind nach Gewerkschaftsangaben 2000 Arbeitsplätze betroffen. Die Quelle-Mutter Primondo soll verkleinert werden. Auch bei der Arcandor-Tochter Karstadt droht weiterer Stellenabbau.

© AP
Der Versender Primondo, zu dem auch Quelle gehört, streicht Tausende Stellen
Der Versender Primondo, zu dem auch Quelle gehört, streicht Tausende Stellen

Beim Versandunternehmen Primondo sollen bis Januar 2010 rund 3700 der 10.500 Stellen gestrichen werden. Dies teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Donnerstag in Nürnberg mit. Allein in der Region Nürnberg sollen rund 2000 Stellen wegfallen wie die Gewerkschaft Ver.di mitteilte.

Bei den Mitarbeitern herrsche tiefe Ohnmacht und eine große Verunsicherung, wer konkret betroffen sei, schilderte Verdi-Funktionär Johann Rösch. Die Entwicklung sei besonders dramatisch, weil Primondo eigentlich auf einem guten Weg gewesen sei und dieser Prozess durch die Insolvenz der Mutter Arcandor nun abrupt unterbrochen wurde.

Insolvenzverwalter Görg teilte weiter mit, dass die Zahl der Quelle-Shops von 1450 auf rund 1000 reduziert werden. Quelle soll fortgeführt werden. Das Unternehmen habe realistische Möglichkeiten, sich durch eine Sanierung im Insolvenzverfahren als europäischer Marktführer im Homeshopping aufzustellen, erklärte Görg. Zwei Investmentbanken sollen nun getrennt Käufer für den aus dem Universalversender Quelle und mehreren Spezialversenders bestehenden Primondo-Verbund und für Karstadt suchen.

Für die Sanierung von Karstadt strebt Görg ein Insolvenzplanverfahren an. "Diese Operation wird Schmerzen bereiten", erklärte er. Ziel sei es, so viele Warenhäuser wie möglich zu erhalten. Personalanpassungen seien aber unumgänglich.

Bei Übernahmen von Kaufhäusern und Sporthäusern durch Konkurrenten müssen vor allem Beschäftigte der Hauptverwaltung sowie in der Logistik und IT mit Arbeitsplatzverlust rechnen.

Die Deutsche Post als größter Logistikpartner von Arcandor wäre auch direkt betroffen. Die Post-Tochter DHL wickelt einen Großteil der Lagerhaltung und des Warentransports für Karstadt und Quelle ab. "Wir sind besorgt um die Zukunft unserer Mitarbeiter", sagte DHL- Sprecher Claus Korfmacher.

Rund 3000 DHL-Beschäftigte arbeiten in der Logistik direkt für Arcandor. Die Insolvenz von Arcandor hat sich bereits negativ in der Halbjahresbilanz der Post niedergeschlagen. Der Schaden belief sich auf rund 40 Millionen Euro. Die Post hatte vor vier Jahren die Transportlogistik von KarstadtQuelle (jetzt Arcandor) übernommen.

Quelle: AP/dpa
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