Einzelhandel
Am Wochenende fällt bei Hertie der Vorhang
Die Lichter gehen endgültig aus: Bundesweit sind 24 der 50 noch bestehenden Filialen der Warenhauskette Hertie geschlossen worden. Die letzten Filialen werden am 15. August dicht machen. Zuletzt hatte das Unternehmen noch rund 2600 Mitarbeiter beschäftigt. Hertie befindet sich seit Mitte 2008 in der Insolvenz.
Etwa die Hälfte der Hertie-Filialen hat am Wochenende für immer dichtgemacht. Bis Ende kommender Woche soll auch für die restlichen Häuser der zahlungsunfähigen Warenhauskette Schluss sein. Bereits in den vergangenen Tagen hatten einzelne Filialen geschlossen. Betroffen sind rund 2600 Beschäftigte.
22 Hertie-Häuser waren am Samstag zum letzten Mal geöffnet; die restlichen 29 sollten bis zum 15. August geschlossen werden, wie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Horn erklärte. "Leider waren wir am Ende nur ein Spielball der Interessen von Banken, Immobilieneigentümern und Politikern", sagte er. Die Hertie-Beschäftigten würden nicht nur arbeitslos, sie bekämen auch keine Abfindungen oder sonstige Ausgleichsleistungen.
Ein Hertie-Sprecher hatte der AP Anfang der Woche gesagt, die Beschäftigten würden ohne Lohn freigestellt, sobald ihre Arbeit nicht mehr für den Ausverkauf und die Abschlussarbeiten gebraucht werde. "Sie müssen sich dann sofort arbeitslos melden", sagte der Sprecher. Es stehe noch nicht fest, inwieweit Ansprüche der Beschäftigen später aus der Insolvenzmasse befriedigt werden könnten. Denn es sei noch nicht klar sei, wie viel Geld am Ende zur Verfügung stehe.
Markenname verschwindet zum zweiten Mal
"Wir sind da nicht superpessimistisch. Es wird wahrscheinlich noch was kommen", sagte der Sprecher. Doch könne es ein Jahr dauern, bis die Zahlungen erfolgten. Maximal können die Beschäftigten nach den Worten des Sprechers mit Zahlungen in Höhe von 2,5 Monatsgehältern rechnen.
Mit der Schließung der Hertie-Häuser verschwindet der Markenname Hertie aller Voraussicht nach zum zweiten Mal. 1993, als das Unternehmen von Karstadt übernommen wurde, endete die Hertie-Ära ein erstes Mal. 2007 dann erwarb der Investor Dawnay Day 73 kleinere Karstadt-Filialen und zugleich den Namen Hertie. Außer dem Namen hatte die neue Hertie-Kette jedoch kaum etwas mit dem Traditionsunternehmen gemein. Im Juli 2008 meldete Hertie Insolvenz an; ein knappes Jahr später beschloss die Gläubigerversammlung die Schließung aller Filialen in den nächsten Monaten.
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