05.03.13

Schuldenkrise

Euro-Retter erhalten mieses Zeugnis vom Ifo-Institut

Das Münchener Wirtschaftsinstitut ist mit der Leistung der Euro-Retter unzufrieden. Die Rettungspolitik hat die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer verringert, so das Fazit der Forscher.

Foto: picture alliance / Bildagentur-o

Eine Euro-Münze im Feuer. All die Rettungsversuche schaden den Krisenstaaten, meint das Münchener Ifo-Institut
Eine Euro-Münze im Feuer. All die Rettungsversuche schaden den Krisenstaaten, meint das Münchener Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut hat den Euro-Rettern ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Die Sorgenkinder des Währungsraumes drohten sogar noch tiefer in die Krise zu stürzen. Es sei mittlerweile klar, "dass die Rettungspolitik die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer verringert hat", heißt es in einem "Ifo Standpunkt" zum Wahlausgang in Italien.

"Ohne die stümperhaften Rettungsversuche der Politik hätte die Krise den Euro in eine starke Abwertung getrieben und einen Teil der Volkswirtschaften Südeuropas bereits wieder wettbewerbsfähig gemacht." Zudem hätten Abwertung und niedrigere Preise "auf ganz natürliche Weise Kapital angezogen" – und so die Basis für künftiges Wachstum gelegt.

Das Dilemma der Rettungspolitik in Europa sei, dass Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte nicht nur die Kurse von Staatsanleihen nach oben trieben, sondern auch den Euro. Das sei zwar gut für die Bilanzen der Gläubiger, aber schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit. Inländer und Ausländer wendeten sich in der Folge von den Krisenländern ab und kauften verstärkt im Ausland. Die Euro-Rettungspolitik würde somit eher die Rezession verstärken.

Ifo: EZB und ESM halten Euro zu stark

Für die Euro-Aufwertung sind aus Ifo-Sicht vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) und der dauerhafte Rettungsschirm ESM verantwortlich. Der vergleichsweise starke Wechselkurs gegenüber dem Dollar und Yen bereite nun auch Frankreich große Probleme. Dies sei ein Kollateralschaden. Diese Aufwertung könnte die EZB aber leicht verhindern.

Das Wahlergebnis in Italien mit seinen unklaren Mehrheitsverhältnissen hatte zuletzt die Zinsen für die Staatsanleihen des schuldengeplagten Landes wieder nach oben getrieben und zugleich den Euro-Kurs gedrückt.

Quelle: Reuters/dma
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