28.02.13

Spartenverkauf

Tausende Jobs beim Baukonzern Hochtief bedroht

Der neue Hochtief-Chef Fernandez will den Baukonzern wieder auf Profitabilität trimmen. Ein Großteil des Europageschäfts soll verkauft werden – das träfe vor allem die Arbeitnehmer in Deutschland.

Foto: dpa

Die Baustelle des Konzerthauses Elbphilharmonie in Hamburg. Seit fast eineinhalb Jahren ruhen hier die Arbeiten. Im März will die Stadt endgültig entscheiden, ob sie mit Hochtief weiterbaut oder nicht
Die Baustelle des Konzerthauses Elbphilharmonie in Hamburg. Seit fast eineinhalb Jahren ruhen hier die Arbeiten. Im März will die Stadt endgültig entscheiden, ob sie mit Hochtief weiterbaut oder nicht

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief will sich unter der Regie seines neuen Konzernchefs Marcelino Fernandez Verdes von einem großen Teil seines Europageschäfts trennen. Das Unternehmen wolle seine Servicesparte in Europa komplett verkaufen, teilte Hochtief mit.

Derzeit zählt Hochtief in dem Bereich 5679 Mitarbeiter, davon einen Großteil in Deutschland. Von weltweit rund 80.000 Hochtief-Mitarbeitern sind derzeit noch etwa 10.000 im Inland beschäftigt.

Der langjährige Manager des hoch verschuldeten Hochtief-Großaktionärs ACS kündigte einen nachhaltigen Anstieg der Profitabilität des Essener Unternehmens an. "Wir werden die richtigen Geschäfte ausbauen, effizienter arbeiten und durch ein professionelles Risikomanagement Schluss machen mit bösen Überraschungen", heißt es in einem vorab verbreiteten Redemanuskript des Hochtief-Chefs.

Schulden tilgen und Infrastruktur ausbauen

Zudem prüft Hochtief, wie es mit der Projektentwicklung im Europa-Geschäft weitergehen soll. Denkbar sei eine strategische Partnerschaft, hieß es.

Die bereits seit Jahren geplanten Verkäufe des Flughafengeschäfts und der Immobilientochter Aurelis will der neue Hochtief-Chef wieder verstärkt in Angriff nehmen. Die Veräußerung der Flughafenaktivitäten gestalte sich jedoch weiterhin schwierig.

Mit dem Geld aus den Verkäufen will Fernandez die Schulden tilgen und unter anderem das Infrastruktur-Geschäft ausbauen. Ende vergangenen Jahres lag der Schuldenstand des Konzerns bei rund 944 Millionen Euro. Zudem sollen die Kosten gesenkt werden.

Deutlicher Gewinn im Geschäftsjahr 2012

Vor allem dank gut laufender Geschäfte in Australien hatte der Essener Baukonzern das zurückliegende Geschäftsjahr 2012 wieder mit einem deutlichen Gewinn abschließen können.

Nach einem Verlust von 160,3 Millionen Euro im Jahr 2011 erwirtschaftete Hochtief 2012 wieder einen Überschuss von 158,1 Millionen Euro. Für das zurückliegende Geschäftsjahr 2012 will das Unternehmen nun wieder eine Dividende in Höhe von einem Euro ausschütten.

Der Umsatz kletterte von 23,28 Milliarden auf 25,53 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand stieg auf 49,79 Milliarden Euro, nach 48,67 Milliarden Euro. Sowohl bei Umsatz als auch Auftragsbestand erreichte Hochtief neue Bestmarken. Für das laufende Jahr 2013 kündigte Fernandez einen Anstieg des Konzerngewinns um zehn bis 20 Prozent an.

Quelle: dpa/cat
Quelle: dapd
19.11.12 1:41 min.
Beim Baukonzern Hochtief herrscht Aufregung: Gleich drei neue Topmanager muss sich das Unternehmen suchen. Damit drängt sich die Frage auf, ob dem Personal- auch ein Strategiewechsel folgen wird.
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Infizierte Pfleger Bentley darf leben - Hund hat kein Ebola
Sonnenfinsternis "Man muss das sehen, um es zu glauben!"
Terror in Kanada Überwachungskameras zeigen Angriff auf Parlament
Gasexplosion Explosion verwüstet ganze Straße in Ludwigshafen
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Trend

Die schönsten Fotobomben der Stars

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote