26.02.13

Falsche Deklaration

Eier-Skandal – Hochrangiger Lobbyist unter Verdacht

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat im Eier-Skandal eine zu späte Information der Bürger kritisiert. Unter Verdacht soll jetzt auch ein hochrangiger Vertreter der Geflügelwirtschaft stehen.

Quelle: Reuters
25.02.13 0:51 min.
Sollte sich der Verdacht auf massenhaften Betrug mit Bio-Eiern bestätigen, müsse die Justiz mit aller Härte vorgehen, sagte die Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner Brüssel.

Im Skandal um möglicherweise falsch deklarierte Eier hat die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch die Informationspolitik der Behörden scharf kritisiert.

Es sei "nicht hinnehmbar", dass den Verbrauchern offensichtlich über Jahre nicht mitgeteilt worden sei, dass falsch deklarierte Eier im Handel seien, sagte Foodwatch-Lebensmittelexpertin Anne Markwardt im ARD-"Morgenmagazin". Die Kunden hätten deshalb vermutlich "zu viel bezahlt für Eierprodukte, die nicht den Vorgaben entsprachen".

Am Wochenende war bekannt geworden, dass in mehreren Bundesländern Staatsanwaltschaften gegen diverse Betriebe wegen mutmaßlichen Betrugs ermitteln. Die Unternehmen sollen Vorschriften zur Haltung von Freiland- oder Biolegehennen systematisch verletzt haben und hätten ihre Eier eigentlich nicht unter diesen Bezeichnungen in den Handel bringen dürfen.

Nach Angaben von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) laufen die Ermittlungen bereits seit 2011 und sind noch nicht abgeschlossen.

Hochranginger Lobbyist unter Verdacht

Einem Pressebericht zufolge steht auch der Chef des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes unter Verdacht. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Justizkreise berichtete, betreibt Wilhelm Hoffrogge im Landkreis Oldenburg einen Hof mit Ackerbau, Pferdezucht, Schweinehaltung und Legehennen in Boden- und Freilandhaltung.

Der Landwirt ist dem Bericht zufolge außerdem Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft. Die genauen Vorwürfe gegen ihn blieben laut "HAZ" zunächst unklar.

Foodwatch-Expertin Markwardt forderte die Behörden zu mehr Transparenz auf. Nötig sei eine "Veröffentlichungspflicht für die Überwachungsergebnisse der Behörden". Die Verbraucher könnten sich so besser informieren.

Darüber hinaus bestünde auch ein "enormer Anreiz" für die Betriebe, "gesetzeskonform zu handeln". Die Verbraucher hätten ein Recht darauf, zu erfahren, wie die Lebensmittelüberwachung arbeitet und zu welchen Ergebnissen sie komme, betonte die Foodwatch-Vertreterin.

Quelle: AFP/cat
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