25.02.2013, 21:00

Kommentar Der nächste Lebensmittel-Skandal kommt bestimmt


Legehennen in der sogenannten Bodenhaltung - auch einige Bio-Hennen sollen wenig Platz gehabt haben

Foto: Ingo Wagner / dpa

Legehennen in der sogenannten Bodenhaltung - auch einige Bio-Hennen sollen wenig Platz gehabt haben Foto: Ingo Wagner / dpa

Von Hans Evert

Auch Bio-Eier sind Industrieprodukte. Massenhersteller müssen aber von einer fähigen Institutionen beaufsichtigt werden, meint Hans Evert.

Flachbildschirme sind Massenprodukte. Jeder weiß es, keiner hinterfragt es. Erst die Massenproduktion macht Waren für viele erschwinglich. Weil das bei Fernsehern jeder weiß, käme kein Flachbildhersteller auf die Idee, in TV-Spots so zu tun, als würden die Geräte in einer Manufaktur von Hand gefertigt. Nahrungsmittelhersteller hingegen machen genau das: Wer Essen produziert, tut gern so, als entstammten Schinken, Käse oder Ei einer Landlust-Idylle.

Offenbar mögen Verbraucher diese Illusion. Kein Skandal konnte das ändern. Zeit für Konsumenten, endlich zu verinnerlichen: Nahrungsmittel, auch die mit Bio-Siegel, sind Industrieprodukte. Und nur, weil das so ist, ist das Essen für alle erschwinglich.

Allerdings müssen Massenhersteller von fähigen Institutionen beaufsichtigt werden. Zum Beispiel, um gewisse Mindeststandards sicherzustellen: Pferd ist kein Rind, Bio- kein Käfighaltungs-Ei.

Landesministerien, Aufsichtsämter, Kreisveterinäre und und und: Sie dürfen, egal was passiert, immer weiter vor sich hin dilettieren. Solange es keinen zentralen Aufseher auf Bundesebene gibt, kann man in der Fantasie schon mal den nächsten Lebensmittel-Skandal ersinnen. Wetten, dass er von der Realität noch übertroffen werden wird?

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