25.02.13

Mobile-Messe

Nokia greift mit dem Lumia den Smartphone-Markt an

Nokia will zurück auf den Handy-Markt. Auf der Mobilfunk-Messe in Barcelona kündigte das Unternehmen günstige Internet-Handys an.

Foto: AFP

Nokia will auf dem Mobile-Markt mitmischen: Unternehmens-Chef Stephen Elop stellt in Barcelona die neuen Smartphones vor
Nokia will auf dem Mobile-Markt mitmischen: Unternehmens-Chef Stephen Elop stellt in Barcelona die neuen Smartphones vor

Verbraucher bekommen bald mehr Auswahl bei günstigen Smartphones und neue Bezahlmöglichkeiten. Bei der wichtigsten Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona stellten Nokia und andere Hersteller Internet-Handys vor, die weniger als 200 Euro kosten sollen. Außerdem standen neue mobile Bezahlsysteme im Blickpunkt.

So kündigte der Kreditkarten-Riese Mastercard auf dem Mobile World Congress in Barcelona das System MasterPass an, das als eine Art digitale Brieftasche für alle Lebenslagen gedacht ist. Damit soll man in Zukunft zum Beispiel mit dem Smartphone bezahlen können, indem man im Laden einen Strichcode einscannt.

Nokia geht nach einer langen Durststrecke zum Angriff mit zwei günstigeren Smartphone-Modellen über. Das Lumia 520 soll in Deutschland 199 Euro inklusive Steuern kosten, das etwas besser ausgestattete Modell Lumia 720 gibt es für 379 Euro. Der Plan ist, Innovationen aus den Spitzenmodellen erschwinglicher zu machen, erklärte Konzernchef Stephen Elop am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

Außereuropäischer Markt wächst immer mehr

Zu den von Nokia betonten Lumia-Vorteilen gehören die deutlich verbesserte Kamera sowie Nokias Kartendienste. Der Konzern schließt mit den günstigeren Smartphones die Preis-Lücke zwischen billigen Telefonen mit Internet-Funktionen und den Oberklasse-Modellen, die mit Apples iPhone und Samsungs Galaxy S3 konkurrieren sollen.

Derzeit wird mit dem Smartphone-Boom in Asien, Afrika und Lateinamerika die Nachfrage nach günstigen Computer-Handys immer größer.

Neues Bezahlsystem MasterPass

Bei MasterPass kann ein Kunde verschiedene Konten und Karten bündeln, die Daten werden online auf gesicherten Servern von Mastercard gespeichert und müssen nicht jedes Mal neu eingegeben werden. Das System soll auch hinter Bezahl-Buttons im Online-Handel stehen.

In Deutschland soll MasterPass Anfang 2014 eingeführt werden, zunächst sind Australien und Kanada an der Reihe.

Mit der Ausbreitung von Smartphones und Tablets wächst auch der potenzielle Markt für ganz neue Bezahllösungen. Experten rechnen damit, dass sich das Bezahlen im Alltag radikal verändern wird.

Die Visionen für die absehbare Zukunft reichen von Bezahlsystemen auf Basis von Ortungsdaten bis hin zum Abschaffen von Kassen, weil der Kunde den Bezahlvorgang mit einem System wie etwa MasterPass komplett auf seinem mobilen Gerät abwickeln kann.

Auch Sony will die Wende schaffen

Sony will nach harten Jahren mit hohen Verlusten in diesem Jahr die Wende im Mobilfunk-Geschäft schaffen. In Barcelona stellte der japanische Elektronikriese mit dem Xperia Tablet Z einen großen Bruder seines im Januar gestarteten Smartphones Xperia Z vor.

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson und das deutsche Software-Unternehmen SAP gaben eine enge Zusammenarbeit bei gemeinsamen Lösungen für das "Internet der Dinge" bekannt. Dabei geht es um die automatische Datenübermittlung zwischen Technik aller Art, wie auch Industriemaschinen oder Autos.

Ericsson-Vorstandschef Hans Vestberg schätzte das weltweite Umsatzvolumen mit diesen sogenannten M2M-Lösungen (Machine-to-Machine) auf mehr als 200 Milliarden Dollar im Jahr 2017. Bis zum Jahr 2020 werde es 50 Milliarden vernetzte Geräte geben, sagte Vestberg.

Firefox präsentiert neues Betriebssystem

Der Browser-Spezialist Firefox demonstrierte in Barcelona ein neues Smartphone-Betriebssystem, mit dem er zunächst in Wachstumsmärkten wie Südamerika punkten will. Das Internet-basierte Firefox-System ist günstig und offen und soll zunächst diejenigen anlocken, die sich kein Smartphone leisten können.

Konkrete Preise stehen noch nicht fest. In Barcelona war aber von rund hundert Euro für ein Firefox-Handy die Rede. Mit dabei ist die Deutsche Telekom, die im Sommer zusammen mit dem Hersteller Alcatel ein Smartphone mit dem Firefox-System in Polen einführen will.

Der Computer-Konzern Hewlett-Packard kehrt unterdessen nach eineinhalb Jahren ins Geschäft mit Tablet-Computern zurück. Dabei setzt der PC-Riese nun auf das Google-Betriebssystem Android. Am Sonntag wurde auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona das Gerät Slate 7 vorgestellt. Es hat einen 7 Zoll (17,8 cm) großen Bildschirm und unterscheidet sich nur wenig von anderen Geräten dieser Klasse auf dem Markt.

HP hatte einst versucht, mit der Übernahme des Taschen-PC-Pioniers Palm Fuß in dem Geschäft mit Smartphones und Tablets zu fassen. Doch im Sommer 2011 wurden die Geräte mit dem Palm-Betriebssystem WebOS vom damaligen Konzernchef Léo Apotheker nach mäßigen Verkaufszahlen aussortiert.

Quelle: dpa/mim
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Trends zum Mobile World Congress
  • DATEN-TURBO LTE

    Der superschnelle neue Datenfunk mit – zumindest theoretischen Geschwindigkeiten von bis zu 100 MB pro Sekunde hat inzwischen den Alltag erreicht. Immer mehr Hersteller haben LTE-taugliche Smartphones und Tablets im Angebot, die Mobilfunk-Anbieter bauen die Netze auch in Deutschland zügig aus. Ein Schlagwort zur Messe in Barcelona ist die Weiterentwicklung LTE-A, die noch mehr Tempo erlauben soll. Und der Halbleiter-Spezialist Qualcomm präsentiert einen neuen Chip, der 40 LTE-Bänder unterstützt. Damit werden endlich Geräte möglich, die in nahezu allen Netzen in verschiedenen Ländern laufen können.

  • MOBILES BEZAHLEN

    Einer nach dem anderen gehen Anbieter auf den Markt, die mit Einsteck-Modulen Smartphones und Tablets zu Kassengeräten machen. Sie wollen damit Kartenzahlungen auch in kleineren Unternehmen etablieren, wo man heute noch meist mit Bargeld zahlen muss. Zugleich kristallisieren sich hinter den Kulissen ganz neue Modelle heraus, bei denen man zum Beispiel dank GPS-Daten Geldbörse oder Smartphone gar nicht erst aus der Tasche holen muss. Eine spannende Frage ist, ob sich solche Ideen gegen die NFC-Funktechnik durchsetzen können, die lange als Zukunftsweg für mobiles Bezahlen galt.

  • NEUE BETRIEBSSYSTEME

    Während seit Jahren aktuelle Spitzenreiter wie das Google-Betriebssystem Android und Samsung als größter Smartphone- und Handy-Hersteller im Mittelpunkt stehen, macht sich hinter den Kulissen neue Konkurrenz bereit. Der Boom in Asien hat den chinesischen Anbieter Huawei auf den dritten Platz im Smartphone-Markt gebracht. Die Macher des Internet-Browsers Firefox wollen mit einem gleichnamigen Betriebssystem in den Markt, das aus dem Netz heraus läuft. Und ein Exot ist das russische YotaPhone, das auf der Rückseite ein zusätzliches E-Paper-Display hat.

  • KOMMUNIKATION UNTER GERÄTEN

    Die Idee ist nicht neu, doch erst mit der Verbreitung schneller Mobilfunk-Leitungen und von Sensoren in Alltagstechnik kommt die sogenannte Machine-to-Machine-Communication (M2M) richtig in Schwung. Als Paradebeispiel gelten Verbindungen zwischen vernetzten Autos, die sich automatisch zum Beispiel über Glatteis, Unfälle oder Staus austauschen sollen. dpa

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