25.02.13

Spitzengehälter

Bankenverband warnt vor starker Boni-Regulierung

Die EU berät derzeit über Regeln zur Begrenzung von Bonus-Zahlungen an Banker – bislang jedoch ohne Erfolg. Die deutschen Geldhäuser fürchten, dass die Regeln zu streng ausfallen könnten.

Foto: dpa

Die Bankentürme in Frankfurt am Main: Die Branche fürchtet zu strenge Regulierungen aus Brüssel
Die Bankentürme in Frankfurt am Main: Die Branche fürchtet zu strenge Regulierungen aus Brüssel

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat vor einer zu starken staatlichen Regulierung von Bonuszahlungen an Spitzenbanker gewarnt.

"Bereits heute müssen die Institute darauf achten, dass fixe und variable Vergütung in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen", sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Den Vorschlag des Europäischen Parlaments halte ich daher für zu weitreichend."

Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten beraten derzeit über Regeln zur Begrenzung von Bonus-Zahlungen für Banker. Bislang sind sie zu keinem Ergebnis gekommen. Am Mittwoch soll ein erneuter Einigungsversuch unternommen werden.

Wiederholung der Finanzkrise verhindern

Auf dem Tisch lag zuletzt der Vorschlag des Parlaments, ein Verhältnis von Festgehalt und Bonuszahlung von eins zu eins vorzuschreiben. Nur wenn die Aktionäre zustimmen, könnte die Gratifikation doppelt so hoch ausfallen wie das Gehalt.

Der Bankenverband fordere, dass die Aktionäre und Eigentümer frei über das Verhältnis von Boni und Festgehalt entscheiden könnten, berichtete die Zeitung weiter.

Die neuen Vorgaben sollen im Rahmen des Basel-III-Abkommens für verschärfte Banken-Regeln erlassen werden. Ziel ist, eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern.

Quelle: Reuters/cat
Quelle: dapd
13.12.12 1:17 min.
Nach harten Verhandlungen einigten sich die Finanzminister die europäischen Großbanken unter eine gemeinsame Aufsicht der EZB zu stellen. Die Bankenaufsicht ist eine zentrale Baustelle der Eurozone.
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Bankenregulierung
  • STRAFEN

    Topmanagern bei Banken und Versicherungen drohen künftig empfindliche Strafen, wenn sie gegen Sorgfaltspflichten bei Risikogeschäften verstoßen und ihr Unternehmen durch fragwürdiges Vorgehen in eine Schieflage bringen. Im Zweifel blühen ihnen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Bislang mussten sie kaum strafrechtliche Konsequenzen fürchten: Seit dem Ausbruch der Finanzkrise wurde in Deutschland so gut wie kein Top-Banker wegen solcher Verfehlungen vor einem Gericht verurteilt.

  • TRENNUNG

    Banken sollen riskante Handelsgeschäfte vom normalen Einlagen- und Kreditgeschäft abspalten. Ab einer bestimmten Größe müssen Großbanken bestimmte spekulative Teile des Eigenhandels und Geschäfte mit Hedgefonds in eigenständige Handelsgesellschaften auslagern. Als Schwellenwert gilt: Die Vermögenswerte müssen mehr als 20 Prozent der gesamten Bilanzsumme ausmachen oder größer als 100 Milliarden Euro sein. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen von Experten könnten bis zu ein Dutzend Banken betroffen sein.

  • TESTAMENT

    Außerdem sollen systemrelevante Institute künftig für den Krisenfall vorsorgen: Banken, deren Zusammenbruch das ganze Finanzsystem gefährden könnte, sollen eigene Sanierungs- und Abwicklungspläne („Banken-Testamente“) vorlegen. Von den größten der Branche hat die deutsche Finanzaufsicht Bafin solche Krisenpläne bereits eingefordert. Gesetzlich geregelt ist dies bislang aber nicht. dpa

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