25.02.13

Nach Zerschlagung

WestLB-Nachfolger Portigon streicht 1600 Stellen

Die Servicegesellschaft Portigon, die die Banker der zerschlagenen WestLB aufgenommen hatte, baut weiter kräftig Personal ab. Die FDP hat schon eine Idee, wo die Mitarbeiter künftig arbeiten sollen.

Foto: REUTERS

Die Aufschrift WestLB wird von einem Bankgebäude entfernt: Das Geldhaus war 2012 zerschlagen worden
Die Aufschrift WestLB wird von einem Bankgebäude entfernt: Das Geldhaus war 2012 zerschlagen worden

Die WestLB-Nachfolgerin Portigon will ihren Personalabbau beschleunigen. Portigon-Sprecher Armin Kloss sagte der Rheinischen Post: "Bestehende Planungen sehen vor, die Mitarbeiterzahl bis 2016 auf 980 zu reduzieren." Derzeit beschäftigt Portigon 2600 Banker der ehemaligen Krisenbank WestLB.

Die WestLB war Ende Juni des vergangenen Jahres zerschlagen worden. Rund 18 Milliarden Euro dürfte der Niedergang der Bank die Steuerzahler und die Sparkassen am Ende gekostet haben.

In der Finanzkrise 2008 konnten die Eigentümer – das Land Nordrhein-Westfalen sowie die rheinischen und westfälischen Sparkassenverbände – die Bank nur mit Milliardenspritzen retten, die es erlaubten, toxische Wertpapiere und unerwünschte Aktivitäten in Deutschlands erste "Bad Bank" auszulagern.

Nur das Sparkassen- und Mittelstandsgeschäft kam bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) unter. Alle anderen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der WestLB wurden auf die "Bad Bank" übertragen, die bereits Schrottpapiere der NRW-Landesbank abwickelt.

FDP für Einsatz in Finanzverwaltung

Die Abwicklungsanstalt übernahm allerdings nur die Bilanzpositionen der Landesbank, nicht deren Mitarbeiter. Sie blieben formal in der WestLB, die in die Servicegesellschaft Portigon umgewandelt wurde. Sie bietet Dienstleistungen wie die Bestandspflege von Krediten an.

Die FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag schlägt nun vor, die vom Land bezahlten Banker in der NRW-Finanzverwaltung einzusetzen. FDP-Vizefraktionschef Ralf Witzel sagte der "Rheinischen Post": "Die Beschäftigten der Portigon AG, für die das Land ohnehin aufkommen muss, könnten beispielsweise in der Finanzverwaltung, der Steuerfahndung oder als Dozenten für kaufmännische Bildungsgänge eingesetzt werden."

Dadurch blieben dem Steuerzahler unnötige Kosten für Abfindungen von bis zu einer Viertelmillion Euro pro Person erspart, sagte Witzel.

Quelle: AFP/cat
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