24.02.13

Ermittlungen

Bio-Betriebe pferchen zu viele Hühner in Ställe

200 Bauernhöfe stehen im Verdacht, zu viele Hühner auf engstem Raum gehalten zu haben. Einige davon sollen sogar Bio-Betriebe sein. Die Staatsanwaltschaft ordnete Hunderte Durchsuchungen an.

Foto: picture alliance / AP Photo

Hühner im Stall eines Eierproduzenten
Hühner im Stall eines Eierproduzenten

In Niedersachsen sind Ermittler einem möglicherweise systematischen Betrug bei der Haltung von Legehennen auf der Spur. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen 150 Unternehmen, 50 Verfahren wurden an Behörden in andere Bundesländer abgegeben.

Laut "Spiegel" fanden offenbar Hunderte Durchsuchungen statt, auch bei mehreren Bio-Höfen.

Die Betriebe sollen Legehennen auf engstem Raum gehalten und dabei gegen die gesetzlichen Vorgaben verstoßen haben. Das Agrarministerium in Hannover kündigte Konsequenzen an, falls sich der Verdacht bestätigen sollte, über den zunächst der "Spiegel" berichtet hatte. Ermittelt wird demnach seit Herbst 2011.

"Der Verdacht ist, dass es sich um systematischen Betrug handelt. Das ist kein Kavaliersdelikt, das wäre Verbrauchertäuschung", sagte der neue Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Für die Freilandhaltung sind mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche pro Huhn vorgeschrieben.

Betriebe im europäischen Ausland auch im Visier

Auch in Belgien und den Niederlanden seien Betriebe betroffen. Ermittelt werde wegen Betrugs sowie Verstößen gegen das Lebensmittel- und das Öko-Landbaugesetz. Womöglich missachteten die Betriebe dem Bericht zufolge auch Tierschutzvorschriften und Umweltgesetze.

Betroffen seien überwiegend konventionelle Betriebe mit Freilandhaltung, aber auch einige Bio-Höfe. Das Agrarministerium habe Berichte über die jüngsten Kontrollen der Betriebe angefordert, für die die Kommunen zuständig seien, sagte Meyer. Geprüft wird, ob den betroffenen Betrieben die Zulassung entzogen wird. "Wir können aber erst entziehen, falls sich der Betrug bestätigt und die Betriebe überführt sind", sagte Meyer.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, handelt es sich um den größten Kriminalfall in der deutschen Agrarwirtschaft seit langer Zeit.

Quelle: AFP/dpa/pos
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