Automarkt

BMW will die Nummer eins in Berlin werden

Der bayerische Autohersteller BMW hat 2012 mehr Autos in Berlin verkauft. In diesem Jahr will das Unternehmen die Konkurrenz abhängen.

Im Kernland des Autos haben es die Hersteller zunehmend schwieriger. Die Deutschen halten sich beim Neuwagenkauf zurück, Berlin ist da keine Ausnahme. Der Markt schrumpft. Dennoch lässt sich in der Hauptstadt Geld mit neuen Fahrzeugen verdienen.

BMW jedenfalls hat gerade das erfolgreichste Jahr in Berlin hinter sich, wie Hans-Reiner Schröder, Direktor der Berliner Niederlassung, sagte. Er ist zuversichtlich für 2013 und hat ein großes Ziel: Schröder will mit BMW Marktführer in Berlin werden. Das Unternehmen habe im Vergleich zur Konkurrenz die jüngste Modellpalette.

Genaue Zahlen zum Umsatz oder Gewinn im vergangenen Jahr wollte Schröder nicht nennen. BMW weist wie die Konkurrenten nur Gesamtzahlen für den Konzern aus. Allerdings habe sich die Rentabilität deutlich verbessert, sagte er. "Wir sind sehr, sehr zufrieden." Ähnlich positiv hatte sich bereits Konkurrent Mercedes vergangene Woche über das Geschäft in der Hauptsstadt geäußert.

3588 Neuwagen in Berlin verkauft

BMW verkaufte in der Hauptstadt 3588 Neuwagen, ein Plus von 5,9 Prozent, womit Schröder angesichts des "rückläufigen Gesamtmarktes und sinkender Zulassungszahlen in Berlin" sehr zufrieden ist.

Vor allem der neue 1er, der unter anderem dem VW-Golf Konkurrenz machen soll, ist bei Berlinern beliebt. 1154 Fahrzeuge verkaufte die Niederlassung in der Stadt, 64,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

2011 war das Fahrzeug auf den Markt gekommen. Schröder erklärt die Nachfrage damit, dass in Berlin angesichts begrenzter Parkflächen vor allem kleinere Fahrzeuge gefragt sind. Zudem sei der CO2-Ausstoß vergleichsweise gering. Für den Berliner ist die Umweltfreundlichkeit eines Autos offenbar auch entscheidend beim Kauf.

Mini lief nicht wie in den Vorjahren

Das Gebrauchtwagengeschäft schwächelte etwas (minus 2,2 Prozent), auch der Mini lief nicht wie in den Vorjahren (720 Fahrzeuge, minus 4,3 Prozent). Schröder führt das darauf zurück, dass die Modellpalette gerade erneuert wird. Insgesamt setzte die Niederlassung 8390 Neu- und Gebrauchtwagen der Marken BMW und Mini ab, ein Plus von 0,9 Prozent.

Das Motorradgeschäft lief annähernd so gut wie im Vorjahr. BMW konnte 327 Maschinen in Berlin verkaufen, ein leichtes Minus von 2,1 Prozent. In diesem Jahr soll ein neues Modell einen Schub bringen: Im März stellt das Unternehmen die runderneuerte R1200GS vor, das meistverkaufte Motorrad Europas – auch ein Berliner. BMW fertigt seine Motorräder ausschließlich in Spandau.

Größte Herausforderung des Jahres neben dem Griff nach der Marktführerschaft ist für BMW-Direktor Schröder ein Bauprojekt am Kaiserdamm. Dort entsteht gerade für 65 Millionen Euro die neue Niederlassung. Den ersten Spatenstich setzte BMW bereits 2011. Schröder zufolge läuft derzeit alles nach Plan. "Die Qualität ist gut und es sind auch keine Nachbesserungen nötig", sagte er als kleinen Seitenhieb auf das Debakel um den Großflughafen BER, dessen Eröffnung mehrfach verschoben wurde, und die Verzögerungen zum Beispiel bei der Sanierung der Staatsoper.

Das Richtfest an der Niederlassung ist für Anfang Mai 2013 geplant, die Eröffnung im April 2014. Die neue Niederlassung wird auch einen eigenen Bereich zur Elektromobilität haben. BMW verspricht sich in der Hauptstadt einige Kunden für die neue i-Reihe von Elektroautos. Der Konzern hatte sich mit dem Elektromini in Berlin an einem der größten deutschen Feldversuche beteiligt. "Das ist sehr gut gelaufen", sagte Schröder.

Die BMW Niederlassung Berlin beschäftigt derzeit 457 Mitarbeiter, darunter 58 Auszubildende, an vier Standorten. Wenn die neue Niederlassung am Kaiserdamm fertig gestellt ist, will Schröder noch mehr Lehrlinge ausbilden. art

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