22.02.2013, 06:58

Euro-Krise Konzerne und reiche Russen sollen Zypern retten


Die Bank of Cyprus ist Zyperns größte Bank

Foto: Petros Karadjias / AP

Zypern benötigt Milliarden, um die Banken und das Land vor der Pleite zu bewahren. Die Euro-Zone ist nur unter Auflagen bereit, Geld zu geben. Vor allem private Kontoinhaber sollen beteiligt werden.

Die Euro-Zone will offenbar reiche Bürger und Konzerne mit Geldanlagen in Zypern an den Kosten des geplanten Hilfspakets für den Inselstaat beteiligen. Es werde geprüft, wie ein Sanierungsbeitrag privater Kontoinhaber und Bankgläubiger, viele von ihnen aus Russland, aussehen könnte, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Im Gespräch sind etwa höhere Steuern auf Unternehmensgewinne, Kapitalerträge und Grundbesitz sowie eine Vermögensteuer, wie auch schon die "Welt" berichtete.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, davon soll ein Großteil an angeschlagene Banken der Insel fließen.

Vorgehen gegen Steuerbetrug verschärfen

Der Antrag ist jedoch umstritten. Dem Land wird besonders in Deutschland vorgeworfen, nicht entschieden gegen Steuerbetrug und Schwarzgeld etwa aus Russland vorzugehen.

Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Meister (CDU), sagte der "Rheinischen Post", Zyperns Leistungsbilanz weise "hohe Auslandsinvestitionen in Russland auf". Der Abfluss des Gelds könne aber gestoppt werden. Es sei zudem "nicht ausgeschlossen, dass Russland kurzfristig mit einem Überbrückungskredit einspringt", sagte Meister.

(AFP/pos)
Mo, 18.02.2013, 07.15 Uhr

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