21.02.13

Tarifkonflikt

Dutzende Flüge in Köln und Düsseldorf abgesagt

Wegen des Streiks des Sicherheitspersonals fallen an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen wieder etliche An- und Abflüge aus. Vor den Sicherheitskontrollen bildeten sich lange Schlangen.

Foto: dpa

Passagiere warten am Flughafen in Düsseldorf auf die Sicherheitskontrolle
Passagiere warten am Flughafen in Düsseldorf auf die Sicherheitskontrolle

An den beiden großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen behindern Streiks des Sicherheitspersonals erneut den Flugverkehr. Nach zuletzt ganztägigen Streiks dauerte der Ausstand am Donnerstag aber nur bis 10 Uhr.

Am größten NRW-Flughafen in Düsseldorf mussten viele nationale und internationale Flüge gestrichen werden. 50 Abflüge und 22 Ankünfte wurden abgesagt – ursprünglich waren bis zehn Uhr 150 Flugbewegungen geplant, wie eine Sprecherin sagte.

Mit Beginn der Frühschicht hatten die Beschäftigten in Düsseldorf die Arbeit niedergelegt. An den Sicherheitskontrollen bildeten sich Warteschlangen.

Auch am Flughafen Köln/Bonn waren die Auswirkungen des Streiks zu spüren. 13 Abflüge und acht Ankünfte fielen aus. Mehr als 2000 Fluggäste waren betroffen. Verglichen mit dem ganztägigen Streik in der vergangenen Woche, der rund 10.000 Reisende getroffen habe, halte sich der Schaden in Grenzen, sagte eine Flughafensprecherin. "Die Leute sind sensibilisiert und informieren sich vorab."

Viele Passagiere wohl gar nicht angereist

Trotz der Ankündigung sei Flughäfen und Fluggesellschaften ein "gehöriger Schaden" entstanden, sagte der Sprecher der Gewerkschaft Ver.di in Nordrhein-Westfalen, Günter Isemeyer. Viele Fluggäste hätten sich aber auf die Situation eingestellt und seien gar nicht erst angereist. "Wir streiken ja nicht gegen die Fluggäste, sondern gegen die Sicherheitsunternehmen, die seit Dezember nicht in der Lage sind, mit uns zu sprechen oder ein neues Angebot vorzulegen."

Der Tarifkonflikt zwischen Verdi und den Arbeitgebern der privaten Sicherheitsbranche in NRW steckt in einer Sackgasse. Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten bis zu 30 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten zwischen fünf und neun Prozent. Sie verlangen Zugeständnisse von Ver.di oder ein Schlichtungsverfahren, bevor sie ein neues Angebot ablegen.

Beides lehnt die Gewerkschaft ab. "Die Beschäftigen haben für die Arbeit, die sie hier leisten, einen Lohn verdient, von dem sie ihre Existenz bestreiten können", sagte Ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Becker im ZDF-"Morgenmagazin".

Stundenlohn von 8,23 Euro brutto

In dem Tarifkonflikt hatten am Dienstag erstmals auch einige hundert Objektschützer, Fahrkartenkontrolleure und Personenschützer in NRW die Arbeit niedergelegt. Nach Schätzungen von Ver.di arbeiten über 70 Prozent der Beschäftigten für 8,23 Euro brutto und bekommen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden weniger als 1000 Euro netto.

Zuletzt hatten Streiks an den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn den Luftverkehr massiv behindert. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Zehntausende Passagiere waren betroffen.

Quelle: dpa/pos
Quelle: dapd
28.08.12 1:29 min.
Wer stundenlang im Terminal festsitzt, sollte seine Rechte kennen. Grundsätzlich gilt innerhalb der EU: Airlines müssen dem Fluggast helfen, auch wenn die Verspätung durch Streik verursacht wurde.
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