20.02.13

Wegen Streiks

Mehr als die Hälfte der Flüge von Hamburg fallen aus

Durch den erneuten Streik am Flughafen Hamburg sind bereits 110 von 181 Abflügen gestrichen worden. Mit weiteren Ausfällen wird gerechnet. Fluggäste sollten Kontakt mit ihrer Airline aufnehmen.

Foto: dpa

Fluggäste stehen an den Sicherheitskontrollen in Hamburg an. Nur noch ein Schalter ist geöffnet
Fluggäste stehen an den Sicherheitskontrollen in Hamburg an. Nur noch ein Schalter ist geöffnet

Nach vier Tagen Pause und Aufatmen bei den Fluggästen geht der Stress am Hamburger Airport wieder los. Weil die Fronten im Tarifkonflikt für die Sicherheitsbeschäftigten festgefahren sind, müssen Tausende von Fluggästen mit verspäteten und gestrichenen Flügen rechnen.

Der Flugverkehr am Hamburger Airport ist erneut durch einen Streik des Sicherheitspersonals stark beeinträchtigt. Von den für Mittwoch vorgesehenen 181 Abflügen seien bereits 110 gestrichen worden, sagte eine Flughafensprecherin. Von den ebenfalls 181 Ankünften seien bislang 22 abgesagt worden. Die Sprecherin fügte hinzu, sie rechne im Laufe des Tages mit weiteren Flugausfällen. Von den 20 Kontrollpunkten des Sicherheitspersonals sei derzeit nur einer offen. Passagiere sollten sich wegen weiterer Informationen an ihrer Airlines wenden. (Gestrichene Flüge: Lufthansa, Air Berlin)

Der Streik hatte den Angaben zufolge am frühen Morgen begonnen. Die Gewerkschaft Ver.di hatte angekündigt, dass die Arbeitsniederlegungen bis 23.00 Uhr dauern. Ver.di-Fachbereichsleiter Peter Bremme entschuldigte sich schon einmal vorsorglich bei den Passagieren und bat um Verständnis: "Das tut uns leid, lässt sich aber nicht vermeiden". Die Arbeitgeberseite spiele nach wie vor auf Zeit und dürfe sich über das Echo der Beschäftigten nicht wundern.

Luftsicherheitsassistenten wollen 14,50 Euro pro Stunde

Mit dem Streik wollen die sogenannten Luftsicherheitsassistenten ihrer Forderung nach einem höheren Stundenlohn Nachdruck verleihen. Auf dem Hamburger Flughafen arbeiten rund 600 Beschäftigte einer Sicherheitsfirma, die die Passagiere und ihr Handgepäck vor dem Abflug kontrollieren. Derzeit bekommen die Sicherheitsleute 11,80 Euro pro Stunde. Ver.di fordert in den Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft einen Stundenlohn von 14,50 Euro.

Die Mitarbeiter der Personenkontrolle am Hamburger Flughafen hatten bereits in der vergangenen Woche zwei Tage und im Januar einen Tag lang gestreikt und damit den Airport weitgehend lahmgelegt. Tausende von Passagieren konnten ihre Ziele nicht erreichen. Auch in Düsseldorf und auf dem Flughafen Köln/Bonn kam es zu Streiks.

Quelle: AFP/dpa/dma
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