19.02.13

Weltwirtschaft

China lehnt Status als größte Handelsmacht ab

Laut Handelsstatistik ist China mit einem Handelsvolumen von 3,866 Billionen jetzt die größte Handelsmacht der Welt: Doch Peking will diesen Titel gar nicht haben. Das hat einen einfachen Grund.

Foto: REUTERS

Ein chinesisches Containerschiff wird in den USA entladen
Ein chinesisches Containerschiff wird in den USA entladen

China möchte nicht als weltgrößte Handelsmacht gelten. In einem ungewöhnlichen Schritt wies die Regierung entsprechende Berichte zurück. Das Handelsvolumen von China soll im vergangenen Jahr das der USA um 44 Milliarden Dollar übertroffen haben, berichteten britische Medien. Der Wert der ein- und ausgeführten Güter erreichte für die USA 3,822 Billionen Dollar, für China 3,866 Billionen.

Diesen Angaben aus der Handelsstatistik widersprach das Handelsministerium in Peking. Den Standards der Welthandelsorganisation WTO zufolge liege China 15,3 Milliarden Dollar hinter den USA, so das Ministerium. Das entspricht etwa 0,3 Prozent des gesamten chinesischen Handels.

Das ist verblüffend, ist doch die amerikanische Volkswirtschaft weitaus größer als die chinesische: Mit einer Wirtschaftsleistung von zuletzt 15 Billionen Dollar sind die USA die größte Wirtschaftsmacht des Globus. Die Chinesen erwirtschaften dagegen nur 7,3 Billionen Dollar. Deutschlands Wirtschaftsleistung erreichte im vergangenen Jahr 2,6 Billionen Euro.

China will unbedingt ein Entwicklungsland sein

Peking beansprucht zwar den Status einer führenden Weltmacht, sagt aber gleichzeitig, dass China ein Entwicklungsland sei. Die kommunistische Regierung ist Beobachtern zufolge jedem Ranking gegenüber misstrauisch, dass zu mehr Forderungen an China führen könnte, wie zum Beispiel Maßnahmen zur Ankurbelung der Weltwirtschaft oder Zugeständnisse bei Handelsabkommen.

Von den Zahlen dürften sich außerdem Kritiker in den USA bestätigt fühlen, die seit langem bemängeln, dass China seine Währung Yuan künstlich niedrig hält, um damit der eigenen Exportindustrie auf dem Weltmarkt Vorteile zu verschaffen

Deutschland soll seine Exportüberschüsse reduzieren

Deutschland sieht sich angesichts seiner erheblichen Exportüberschüsse mit ähnlichen Forderungen konfrontiert. Nach dem Ausbruch der Euro-Krise forderten Wissenschaftler und Politiker, Deutschland solle die Nachfrage im Inland ankurbeln, um so den Leistungsbilanzüberschuss mit den Handelspartnern in der Euro-Zone zu reduzieren und so Ungleichgewichte in der Euro-Zone abzubauen.

Deutschland und China erzielen im Außenhandel hohe Überschüsse. Im vergangenen Jahr lag der deutsche Außenhandelsüberschuss bei 188 Milliarden Euro, der chinesische Überschuss erreichte 231,1 Milliarde Dollar.

Die Welthandelsorganisation WTO hat berechnet, dass die chinesischen Exporteure im im Jahr 2011 einen Weltmarktanteil von 10,4 Prozent hatten. Die USA und Deutschland erreichten in dem betrachteten Jahr einen Anteil von jeweils 8,1 Prozent, gefolgt von Japan mit 4,5 Prozent.

Quelle: AP/pos/tkai
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