18.02.13

Verlage

"Reader's Digest" ist pleite

Die weltweit größte Monatszeitschrift muss in den USA zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren Gläubigerschutz beantragen. Dabei scheint der Verlag die digitale Wende schon fast geschafft zu haben.

Foto: picture-alliance/ dpa

„Reader’s Digest“ in einer Buchhandlung in New York
"Reader's Digest" in einer Buchhandlung in New York

Das traditionsreiche US-Magazin "Reader's Digest" hat zum zweiten Mal in weniger als vier Jahren Insolvenz angemeldet. Der Herausgeber RDA Holding will sich unter Gläubigerschutz sanieren.

In dem Insolvenzantrag wurden Gesamtschulden von gut 1,18 Milliarden Dollar und Vermögenswerte von knapp 1,12 Milliarden genannt. Der Antrag gilt nur für das US-Geschäft. Das Unternehmen will Schuldscheine im Wert von 464 Millionen Dollar in Firmenanteile umwandeln und das Insolvenzverfahren mit drastisch reduzierten Schulden verlassen.

"Reader's Digest" hatte bereits 2009 einen Insolvenzantrag gestellt. Das war die Folge einer Übernahme durch Finanzinvestoren, bei der dem Verlag hohe Schulden aufgebürdet worden waren. Jetzt macht dem mehr als 90 Jahre alten Haus der Wandel vom Print- zum Online-Geschäft zu schaffen. So wurden im Dezember mehr digitale Ausgaben verkauft als gedruckte am Kiosk, wie Firmenchef Robert Guth der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sagte.

Auflagenstärkstes Monatsmagazin der Welt

Nach Verlagsangaben ist "Reader's Digest" noch immer die auflagenstärkste verkaufte Monatszeitschrift der Welt. Sie erscheint in 21 Sprachen und 49 Ausgaben. Das Magazin tritt mit dem Anspruch an, "das führende Medium der lebenserfahrenen Menschen in der aktiven Mitte unserer Gesellschaft zu sein - als Lesezeitschrift und Ratgeber".

Reader's Digest Deutschland ist die größte Tochtergesellschaft des New Yorker Medien- und Marketing-Unternehmens. Nach eigenen Angaben hat die Zeitschrift in Deutschland und Österreich eine Gesamtauflage von 600.000 Exemplaren und rund zwei Millionen Leser.

Der Grundstein der deutschen Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart wurde 1948 gelegt, als die erste deutschsprachige Ausgabe des internationalen Magazins "Reader's Digest" mit dem Titel "Das Beste" erschien. Heute beschäftigt das Unternehmen in Deutschland mehr als 200 Mitarbeiter.

In Deutschland längst ein Vollsortimenter

Seitdem hat Reader's Digest Deutschland sein Programm stetig erweitert. Heute entwickelt und vertreibt das Unternehmen Zeitschriften, Bücher, Musikprogramme, Videos und DVDs sowie Dienstleistungen rund um das Wohlbefinden. Das Themenspektrum der Buchsparte umfasst Geografie, Reisen, Haus, Garten, Geschichte, Recht, Natur, Wissenschaft und Medizin. In der Schweiz und in Österreich ist das Unternehmen mit eigenen Niederlassungen vertreten.

Zudem zählt Reader's Digest nach eigenen Angaben auch zu den größten Musikverlagen im deutschsprachigen Raum. Das Angebot umfasst ein breites musikalisches Spektrum. Das Unternehmen tritt dabei häufig auch selbst als Produzent auf.

Inzwischen bietet der Verlag im deutschsprachigen Raum neben klassischen Verlagsprodukten auch Produkte in den Bereichen Wellness und Gesundheit, Finanzdienstleistungen, Weingenuss, Schmuck und Wandern an.

Quelle: dpa/dgw/pos
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