18.02.13

Sipri-Studie

Verkauf von Waffen erstmals seit 1994 rückläufig

Die Finanzkrise drückt Rüstungsetats der Staaten weltweit. Erstmals in diesem Jahrhundert verkauften die Rüstungskonzerne weniger als im Vorjahr. Dafür fließt mehr Geld in Waffen für den Cyberkrieg.

Foto: Infografik Die Welt
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Haushaltskürzungen im Zuge der weltweiten Finanzkrise haben sich einer Studie zufolge auf den Rüstungssektor ausgewirkt: Erstmals seit fast 20 Jahren gingen die Verkäufe der großen Rüstungskonzerne zurück, wie das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri mitteilte.

Die 100 größten Waffenkonzerne hätten 2011 einen Rückgang der Verkäufe um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 410 Milliarden Dollar (307 Milliarden Euro) verzeichnet. Es sei das erste Mal seit 1994 gewesen, dass es keine Steigerung der Verkäufe gegeben habe.

Firmen spezialisieren sich auf Internet-Sicherheit

"Sparprogramme, geplante und umgesetzte Kürzungen bei den Militärausgaben sowie der Aufschub bei Genehmigungen von Waffenprogrammen haben den Waffenverkauf in Nordamerika und Westeuropa zurückgehen lassen", hieß es in dem Bericht. Einige Unternehmen hätten sich als Reaktion darauf militärisch spezialisiert, andere hätten sich verkleinert oder auf verwandte Märkte ausgedehnt, etwa auf die Internet-Sicherheit.

Dies sei nicht nur eine Folge der Kürzungen in Verteidigungsetats, sondern auch des militärischen Rückzugs aus Afghanistan und dem Irak sowie der zeitweiligen Sanktionen gegen Libyen, teilte Sipri mit.

Als wichtigsten Wachstumsmarkt für die Rüstungsindustrie nannte das Institut Cyberwaffen. Für die Abwehr von Angriffen oder den Angriff auf Computersysteme würde trotz aller Sparmaßnahmen zusätzlich Geld bereitgestellt. Die Beschaffung von Zahlen sei hier schwierig, weil es häufig keine Trennung zwischen zivilen und militärischen Aufträgen gebe.

Marktführer kommt aus den USA

Der größte Rüstungskonzern der Welt bleibt weiterhin Lockheed Martin aus den USA mit einem Umsatz für diesen Bereich von 36,3 Milliarden Dollar, gefolgt von Boeing (USA) mit 31,8 Milliarden Dollar. Auf dem dritten Platz lag der britische Konzern BAE Systems mit 29,2 Milliarden Dollar im Jahr 2011. Der europäische Konzern EADS liegt auf dem siebten Platz. Als größtes deutsches Rüstungsunternehmen platzierte Sipri Rheinmetall auf dem 26. Platz mit einem rüstungsbedingten Umsatz von drei Milliarden Dollar.

Chinesische Firmen wurden aufgrund des Fehlens verlässlicher Daten nicht für die Studie berücksichtigt. Die Liste der betrachteten Unternehmen wird von amerikanischen und europäischen Firmen angeführt, die 60 beziehungsweise 29 Prozent des Marktes ausmachen.

Quelle: dpa/AFP/pos
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