17.02.13

Zypern

EZB pocht auf Maßnahmen gegen Geldwäsche

Als Zypern versuchte, in der Krise einen Präsidenten zu wählen, pochte EZB-Chefvolkswirt Jörg Asmussen auf das Anwenden der Standards gegen Geldwäsche. Er sprach sich auch für Finanzhilfen aus.

Foto: dpa

Dem eigentlich wirtschaftlich unbedeutenden Zypern müsse geholfen werden, weil es systemrelevant sei, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen in der ARD
Dem eigentlich wirtschaftlich unbedeutenden Zypern müsse geholfen werden, weil es systemrelevant sei, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen in der ARD

Der von einer Staatspleite bedrohte Inselstaat Zypern muss nach Ansicht des EZB-Chefvolkswirts Jörg Asmussen belegen, dass die Standards gegen Geldwäsche angewendet werden.

Dies sei eine Bedingung für die Gewährung von Finanzhilfen, sagte der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, am Sonntag in der ARD.

Zu der Weigerung der zyprischen Regierung, die Einhaltung dieser Standards von einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersuchen zu lassen, sagte Asmussen: "Das ist eine der Vorbedingungen, die Zypern erfüllen muss."

Er sei hoffnungsvoll, dass eine neue zyprische Regierung die Überprüfungen zulassen werde, sagte der Chefvolkswirt. Auf Zypern wird an diesem Sonntag gewählt. Auf den Wahlsieger kommt die Aufgabe zu, mit den Geldgebern von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die Bedingungen für ein milliardenschweres Hilfspaket auszuhandeln. Der scheidende Staatschef Demetris Christofias von der Kommunistischen Partei war nicht noch einmal angetreten.

Zypern steuert auf Stichwahl zu

Zypern hatte am Sonntag inmitten einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise gewählt, über den künftigen Präsidenten entscheidet nun eine Stichwahl am kommenden Sonntag. Laut dem Endergebnis liegt der konservative Oppositionspolitiker Nikos Anastasiades mit 45 Prozent der Stimmen klar in Führung vor Ex-Gesundheitsminister Stavros Malas. Anastasiades sprach sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen aus, um Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen.

Dem eigentlich wirtschaftlich unbedeutenden Zypern müsse geholfen werden, weil es systemrelevant sei, sagte Asmussen. Im Falle einer Pleite des Inselstaates seien negative Auswirkungen auf Griechenland zu befürchten. Das müsse vermieden werden. Zur europaweiten Entwicklung in der Euro-Krise erklärte Asmussen: "Wir stehen besser da als vor zwölf Monaten."

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