17.02.13

Viren

Wieder Mensch an neuem Corona-Virus erkrankt

In Großbritannien hat sich ein weiteres Familienmitglied bei einem Patienten angesteckt. Damit sind es zwölf Infizierte weltweit. Die WHO fordert Ärzte auf, Atemwegserkrankungen genau zu überwachen.

Von Pia Heinemann
Foto: AP

Das neue Coronavirus kann schwere Atemwegsbeschwerden und Lungenentzündungen auslösen. Medikamente schlagen oft nicht an
Das neue Coronavirus kann schwere Atemwegsbeschwerden und Lungenentzündungen auslösen. Medikamente schlagen oft nicht an

In Großbritannien ist ein weiterer Mensch an einer Infektion mit dem Neuen Coronavirus (NCoV) erkrankt. Damit sind es jetzt zwölf Menschen weltweit, die sich mit dem Sars-Verwandten infiziert haben.

Von den zwölf Infizierten sind bislang fünf gestorben, drei in Saudi-Arabien und zwei in Jordanien. Das Besondere an den jüngsten beiden Fällen ist, dass die Patienten zuvor nicht im Ausland gewesen sind, sondern sich bei einem Familienangehörigen angesteckt haben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, schwere akute Atemwegsinfektionen, die auch durch dieses Virus ausgelöst werden können, genau zu überwachen.

Patienten mit Lungenentzündungen, deren Ursache nicht geklärt werden kann und gegen die Medikamente wirkungslos sind, sollten auf das Neue Coronavirus hin untersucht werden.

Keine Lebensgefahr für "Nummer zwölf"

Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden schwebt der nun neu positiv auf das NCoV getestete Patient, der Fall Nummer zwölf, nicht in Lebensgefahr. Er hatte sich bei einem Familienmitglied angesteckt, das zuvor im Nahen Osten und in Pakistan unterwegs gewesen ist. Der elfte Patient war der Sohn des Reisenden. Auch er hatte sich bei seinem Vater angesteckt.

Allerdings betonten die Gesundheitsbehörden, dass der Sohn bereits vorerkrankt war. Da sein Immunsystem wahrscheinlich geschwächt war, konnte das Virus ihn leichter infizieren als andere Menschen, die mit dem Reisenden Kontakt hatten.

Diese Vorerkrankung des Sohnes ließ die Behörden auch zu der Einschätzung kommen, dass das Virus nicht sonderlich leicht von einem Menschen auf den anderen übergeht – denn andernfalls hätten sich mehr Kontaktpersonen mit dem NCoV anstecken müssen.

Ob auch das zweite Familienmitglied, so wie der Sohn, gesundheitlich geschwächt war, wurde bislang nicht mitgeteilt.

Virus springt von Mensch zu Mensch

Damit ist nun bewiesen, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Bislang gab es dazu nur Hinweise durch eine Familie in Jordanien, in der zwei Menschen an dem Virus erkrankt waren. Ob sie sich aber gleichzeitig bei der selben Quelle angesteckt hatten, oder ob auch hier das Virus von einem Menschen zum anderen gesprungen war, konnte nicht nachgewiesen werden.

Mit den jüngsten Fällen aus Großbritannien kann dieser Übertragungsweg nun aber als gesichert gelten.

Coronaviren sind eine sehr große Gruppe von Viren, die unter anderem relativ harmlose Erkältungskrankheiten, aber auch die gefährliche Atemwegserkrankung Sars (Severe Acute Respiratory Syndrome, Schweres Akutes Atemwegssyndrom) auslösen können. Mit dem Sars-Virus selbst hatten sich in den Jahren 2002 und 2003 weltweit rund 8000 Menschen infiziert, 800 von ihnen starben.

Viele Tiere tragen Coronaviren in sich. Doch die Übertragung eines Virus von einer Tierart auf eine andere ist bislang nicht sehr häufig beobachtet worden. Beim NCoV gehen Wissenschaftler davon aus, dass es eigentlich bei Fledermäusen und Zibetkatzen vorkommt. Irgendwie hat das Virus es geschafft, die Artgrenze zum Menschen zu überwinden. Und es scheint sich eben auch von Mensch zu Mensch zu übertragen, was einen zweiten evolutionären Schritt des Virus bedeuten könnte.

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