16.02.2013, 10:35

Autoindustrie Daimler stellt die Vario-Produktion in Ludwigsfelde ein


Daimler: In Ludwigsfelde wurde bisher der Vario gebaut. Die Transporter wurden auch bei der Post eingesetzt

Foto: Karlheinz Schindler / picture-alliance / ZB

Daimler: In Ludwigsfelde wurde bisher der Vario gebaut. Die Transporter wurden auch bei der Post eingesetzt Foto: Karlheinz Schindler / picture-alliance / ZB

Im brandenburgischen Ludwigsfelde wird künftig der Transporter „Vario“ nicht mehr gebaut. Die Produktion lohnt sich für Daimler nicht mehr.

Der Autobauer Daimler will die Produktion des Transporters "Vario" im Werk Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) zum September einstellen. Die Mitarbeiter aus der Produktion sollen einem Sprecher zufolge bei der Sprinter-Fertigung eingesetzt werden.

Verhandelt werde derzeit auch, ob eine Kooperation mit Volkswagen nach 2016 weiterläuft. In dem Vertrag ist die Produktion des "Sprinters" von Mercedes und des "Crafters" von Volkswagen vereinbart.

Die Landesregierung habe sich aufgrund der aktuellen Entwicklung bereits eingeschaltet, erklärte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Der Regierung sei nicht bekannt, dass Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Es sei klares Ziel von Geschäftsführung und Betriebsrat, den Personalstand im Werk zu halten.

Begrenzter Kundenkreis

Der "Vario" spreche nur einen begrenzten Kundenkreis an, begründete der Daimler-Sprecher die Entscheidung. Außerdem rechne sich die nötige Investition in die Weiterentwicklung des Transporters für die Abgasnorm Euro 6 nicht. "Mit einem einfachen Überarbeiten wäre es nicht mehr getan gewesen, um etwa die Abgas- und Sicherheitstechnik auf den neusten Stand zu bringen", erläuterte er. Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter machte der Sprecher keine Angaben.

In Ludwigsfelde sind rund 2100 Mitarbeiter beschäftigt. Sie stellen neben dem "Vario" auch den "Sprinter" sowie für Volkswagen den "Crafter" her. Bis auf die Motoren und Getriebe sind "Crafter" und "Sprinter" überwiegend baugleich. 2002 hatten beide Unternehmen eine Kooperation vereinbart, die laut Daimler-Sprecher bis 2016 gesichert ist.

Schon im Januar hatte es Meldungen über eine kriselnde Kooperation gegeben. Demnach will Volkswagen den "Crafter" künftig alleine planen und bauen. Auch im Daimler-Werk Düsseldorf wird er hergestellt.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte das Werk die Kapazitäten zurückgefahren. Als Grund wurde die Euro-Krise genannt. Ende September 2012 lief 500 000. Mercedes-Benz "Sprinter" vom Band in Teltow-Fläming. Seit 1991 stellt Daimler diesen Van-Typ in Ludwigsfelde her. Land und Bund haben seitdem laut Christoffers rund 134 Millionen Euro Fördermittel in das Werk gesteckt.

(dpa/mim)
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