14.02.13

Autoindustrie

Opel macht pro Auto 835 Euro Verlust

Die deutsche GM-Tochter Opel hat ein Minus von 1,3 Milliarden Euro eingefahren. Pro verkauftem Auto ein Minus von 835 Euro. Klingt schlimm, ist es auch. Aber anderen geht es noch schlechter.

Foto: dpa

Ganz das Schlusslicht ist Opel nicht mehr
Ganz das Schlusslicht ist Opel nicht mehr

Derzeit wird bei Opel allenfalls ein Vergleich mit Ford und PSA Peugeot Citroën für Reste von Zuversicht sorgen. Denn die Rüsselsheimer haben nicht mehr die rote Laterne, manchem Konkurrenten geht es noch schlechter. Das ist aber auch der einzige Lichtblick.

Die Opel-Mutter General Motors (GM) hat ihre Zahlen für das vergangenen Jahr vorgelegt und die sind solide. Umgerechnet 3,6 Milliarden Euro hat GM 2012 verdient, deutlich weniger als im Jahr zuvor, aber immerhin ist der US-Konzern weiterhin der weltweit zweitgrößte Automobilhersteller.

Das Europageschäft, das überwiegend aus Opel besteht, steckt weiter tief in der Verlustzone und hat operativ ein Minus von 1,3 Milliarden Euro eingefahren. "Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist so schlecht wie noch nie und hat existenzbedrohende Ausmaße angenommen", heißt es in Rüsselsheim. Das Brisante an dieser Aussage ist nicht so sehr der Inhalt, sondern der Absender der Botschaft: Es sind IG Metall und Betriebsrat, die zu der Einschätzung kommen – und das in Tagen, wo heftig um den Erhalt von Bochum gerungen wird.

Im Vergleich zu manchem Konkurrenten kommt Opel allerdings noch glimpflich weg. PSA Peugeot Citroën hat operativ im Autogeschäft 2012 sogar 1,5 Milliarden Euro Verlust gemacht. Ford kommt in Europa wie die GM-Tochter auf ein Minus von 1,3 Milliarden Euro, allerdings ist der Verlust pro Auto viel höher als bei Opel.

Ford macht noch mehr Verlust pro Auto

Bei Ford liegt er für 2012 bei 967 Euro pro verkauftem Auto in Europa, bei Opel sind es 835 Euro. PSA kommt auf ein Minus von 510 Euro pro Auto, Renault macht samt der Schwestermarke Dacia 241 Euro Verlust mit jedem Fahrzeug. Die Zahlen hat das Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen errechnet, wobei für die französischen Hersteller die weltweiten Absatzzahlen zu Grund gelegt wurden, bei Ford und Opel die Verkäufe in Europa.

Grund für das schlechte Abschneiden von Ford ist die Tatsache, dass dieser Hersteller weniger Autos in Europa verkauft hat als Opel und die anderen GM-Töchter. Allerdings läuft bei Ford die Restrukturierung des Europageschäfts bereits, drei Werke sollen geschlossen werden. "Ford wird sich wesentlich schneller erholen als Opel", so CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer. Der Opel-Betriebsrat teilte derweil mit, dass man in den anstehenden Sanierungsgesprächen vorerst nicht mit einer Einigung rechne.

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