12.02.13

Luftfahrt-Flop

Aeroflot legt Russlands Superflieger auf Eis

Neuer Rückschlag für das Prestigeobjekt der russischen Luftfahrt: Nach mehreren Pannen haben die Behörden in Moskau vier Maschinen vom Typ Superjet 100 aus dem Verkehr gezogen.

Foto: Reuters

Mehrere Flugzeuge vom Typ Superjet 100 müssen am Boden bleiben
Mehrere Flugzeuge vom Typ Superjet 100 müssen am Boden bleiben

Wegen technischer Probleme muss die russische Fluggesellschaft Aeroflot vier ihrer zehn Superjets 100 vorübergehend am Boden lassen. In den ersten beiden Jahren seit Inbetriebnahme seien an jedem Modell diesen Typs Konstruktionsfehler festgestellt worden, teilte der Hersteller Suchoi am Dienstag mit. Demnach kann Aeroflot aber voraussichtlich Ende dieser Woche zwei der mit einem Flugverbot belegten Superjets wieder in seinen Dienst nehmen; die restlichen zwei vermutlich Ende des Monats.

Die Zeitung "Wedomosti" berichtete unter Berufung auf Kreise der russischen Luftfahrtbehörde Rosawiazia, die Probleme beim Superjet 100 beträfen das Fahrwerk. Die Behörde habe deshalb die vorübergehende Stilllegung einiger dieser Flieger von Aeroflot angeordnet. Die Wirtschaftszeitung "Kommersant" hatte vergangene Woche berichtet, dass 40 Prozent der bei der Flotte von Aeroflot registrierten Pannen auf das Konto des Superjets gingen.

Der Superjet 100 war die große Hoffnung der russischen Luftfahrtindustrie. Das Mittelstreckenflugzeug hat Platz für bis zu 100 Passagiere und kann Entfernungen bis zu 4620 Kilometer zurücklegen. Der Flieger wurde entwickelt, um dem brasilianischen Konzern Embraer und dem kanadischen Unternehmen Bombardier Konkurrenz zu machen.

Beim Superjet 100 häufen sich die Probleme

Der auch mit westlicher Technik ausgestattete Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 entwickelt wurde. Zuletzt hatten sich die Pannen aber gehäuft. So wurde im September 2012 ein Flug von Astrachan nach Moskau wegen eines technischen Defekts abgesagt. Wenige Wochen später musste eine SSJ-100 in Nabereschnyje Tschelny notlanden.

Das erste Modell wurde im April 2011 ausgeliefert. Auf einem Demonstrationsflug in Indonesien, bei dem um mögliche Kunden geworben werden sollte, prallte im März 2012 ein Superjet 100 aufgrund eines Pilotenfehlers gegen einen Vulkan. 45 Insassen starben. Aeroflot nutzt die 2011 zugelassene Mittelstreckenmaschine für Flüge mit bis zu 95 Passagieren. Die Zivilsparte des Kampfjetherstellers Suchoi hatte 2012 für den Superjet die offizielle Zulassung für die Europäische Union erhalten.

Quelle: AFP/dpa/dma
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