11.02.13

Arbeitsmarkt

Bündnis fordert die 30-Stunden-Woche

Ein breites Bündnis aus Wissenschaft, Gewerkschaften, Politik und Kirche fordert die Einführung der 30-Stunden-Woche – bei vollem Lohnausgleich. Möglich machen soll das ein Produktivitätszuwachs.

Foto: dpa

Sahra Wagenknecht (links) und Katja Kipping von der Partei „Die Linke“: Der Rückgang bei den gearbeiteten Stunden soll die Firmen zwingen, mehr Mitarbeiter einzustellen
Sahra Wagenknecht (links) und Katja Kipping von der Partei Die Linke: Der Rückgang bei den gearbeiteten Stunden soll die Firmen zwingen, mehr Mitarbeiter einzustellen

Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Europa haben mehr als hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter, Politiker und Kirchenvertreter die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich gefordert.

Der Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit müsse höchste wirtschaftliche und politische, soziale und humanitäre Priorität haben, heißt es in einem offenen Brief, aus dem zunächst die "taz" zitiert hatte. Er ist an die Vorstände von Gewerkschaften, Parteien, Sozial- und Umweltverbänden sowie die Kirchen gerichtet.

Deutschland und die ganze EU befänden sich in einer schweren ökonomischen und sozialen Krise, heißt es in dem Brief. Die Arbeitslosigkeit habe in Europa "unerträgliche Größenordnungen" erreicht. Besonders erschreckend sei die Jugendarbeitslosigkeit.

In Deutschland sei die Zahl der Jobs in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, es seien aber überwiegend Kurz-Jobs, die als Lebensgrundlage nicht ausreichten. Notwendig sei eine faire Verteilung der Arbeit durch eine kollektive Arbeitszeitverkürzung.

Das Bündnis verspricht sich einen Produktivitätszuwachs in den kommenden Jahren, der für die Finanzierung des Lohnausgleichs genutzt werden soll.

Unterstützung von linken Parteien

Der offene Brief wurde auf der Seite der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik veröffentlicht. Unterschrieben haben ihn neben vielen Wissenschaftlern und Gewerkschaftern Politiker der Linken, der Piraten und der SPD.

Unter den bekannten Unterzeichnern sind etwa die Linke-Parteivorsitzende Katja Kipping und die Linke-Vizefraktionschefin Sahra Wagenknecht, der Bremer Professor Rudolf Hickel, der Berliner Professor Peter Grottian oder der Hannoveraner Professor Oskar Negt.

Quelle: AFP/lw
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