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20.07.09

Integrierter Konzern

Schnelle Fusion von Porsche und VW ist vom Tisch

Die geplante Fusion von Porsche und Volkswagen droht eine Hängepartie zu werden. Am Donnerstag treten die Aufsichtsräte beider Konzerne zusammen. Mit einer endgültigen Entscheidung wird nicht gerechnet. Gegen eine schnelle Einigung spricht, dass Steuern in Milliardenhöhe anfallen könnten.

© REUTERS
A car of VW passes the German car manufacturer Porsche center in Stuttgart
Ein VW-Polo fährt an der Porsche-Zentrale in Zuffenhausen vorbei

Im Übernahmestreit von Volkswagen und Porsche wird es diese Woche offenbar keine abschließende Entscheidung geben. Eine rasche Fusion ist damit vom Tisch. Am Donnerstag treffen sich bei Stuttgart die Aufsichtsräte von Volkswagen und Porsche zu getrennten, außerordentlichen Sitzungen. Nach Morgenpost-Online-Informationen will das Porsche-Kontrollgremium aber nur über einen Einstieg des Emirats Katar abstimmen.

"Eine Grundlagenvereinbarung mit VW und damit möglicherweise ein Verkauf Porsches stehen nur als Informationspunkt auf der Tagesordnung und daher nicht nur Beschlussfassung an", hieß es bei dem Sportwagenbauer. Die Nachricht, dass kein Ende des Konflikts in Sicht ist, ließ die VW-Aktie zeitweise auf um knapp zwölf Prozent auf 220 Euro abstürzen.

Ein weiterer Grund, der gegen eine schnelle Einigung spricht, sind offenbar hohe Steuern, die im Fall eines von Volkswagen geplanten Kaufs der Porsche AG anfallen würden. Offenbar droht der Stuttgarter Holding Porsche SE für den Fall, dass er sich von der Hälfte des in der Porsche AG gebündelten Automobilbau-Geschäfts trennt, eine hohe Steuerzahlung.

Im Unternehmensumfeld wird mit einer Summe zwischen zwei und drei Mrd. Euro gerechnet. "Die Summe ist so hoch, dass sie das gesamte Geschäft noch platzen lassen könnte", hieß es. VW will die Porsche AG für acht Mrd. Euro übernehmen. Die Stuttgarter könnten so einen Teil ihrer mehr als neun Mrd. Euro Schulden bezahlen. Nun werde nach Wegen gesucht, die Zahlungen an den Fiskus zu vermeiden, hieß es. Ein VW-Sprecher wies diese Darstellung zurück: "Das ist ein durchsichtiger Versuch, eine gute unternehmerische Lösung zu torpedieren."

Als sicher gilt, dass Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Donnerstag auf Druck von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch seinen Sitz im Präsidium des Kontrollgremiums der Wolfsburger verlieren wird. In den vergangenen Tagen waren mehrfach Gerüchte in Umlauf gebracht worden, wonach Wiedeking in Kürze ganz abgesetzt wird.

Dieser zeigte sich jedoch zu Wochenbeginn kampfbereit. Er werde "nicht zulassen, dass Porsche am Ende über den Tisch gezogen wird", sagte der Porsche-Chef dem Magazin "Cicero". Das sei er der Belegschaft und auch den freien Aktionären schuldig. "Wir haben uns das gemeinsame Ziel gesetzt, einen integrierten Automobilkonzern aus Porsche und VW zu schmieden. Und ich halte es für legitim, dass alle beteiligten Parteien für sich das Optimum herausholen wollen."

Unterdessen führt die Übernahmeschlacht der beiden Autobauer zu einer heftigen Debatte in der CDU. Der Bundestagsabgeordnete Georg Brunnhuber sagte Morgenpost Online: "Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sollte sich in der Öffentlichkeit endlich mit seinen Aussagen zu VW und Porsche zurückhalten. Ständige Gerüchte zum Stand der Verhandlungen erschweren diese nur", sagte Brunnhuber im Namen von Baden-Württembergs CDU-Landesgruppe in Berlin. "Wir werden alles dafür tun, dass Porsche nicht in VW aufgeht und selbstständig bleibt."

Quelle: do/fs
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