08.02.2013, 09:23

Außenhandel Deutscher Export so stark wie nie zuvor


Ein Containerfrachter bei Sonnenuntergang im Hafen von Hamburg. Der Hamburger Terminal ist der wichtigste deutsche Umschlagplatz

Foto: Christian Charisius / dpa

Ein Containerfrachter bei Sonnenuntergang im Hafen von Hamburg. Der Hamburger Terminal ist der wichtigste deutsche Umschlagplatz Foto: Christian Charisius / dpa

Nie war der deutsche Außenhandel stärker als 2012, wie das Statistische Bundesamt berechnet hat. Der Außenhandelsüberschuss war seit Einführung der Statistik nur einmal größer. Auch China legt zu.

Ob Autos, Maschinen oder Elektronik: Deutsche Waren sind in aller Welt begehrt. Deshalb bleibt Deutschlands Exportwirtschaft auf Rekordkurs – trotz der Krise im Euro-Raum. Die deutschen Exporteure haben im vergangenen Jahr trotz Euro-Schuldenkrise so viel ins Ausland verkauft wie nie zuvor. 2012 setzten sie Waren im Wert von 1,097 Billionen Euro ab – 3,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit fällt der Anstieg aber deutlich geringer aus als im Vorjahr.

Besonders gut lief es zudem im Geschäft mit den Ländern außerhalb der Euro-Zone: Hier schafften die Firmen ein Plus von 8,8 Prozent. In die anderen Euro-Staaten verkauften deutsche Unternehmen dagegen 2,1 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Der Außenhandelsüberschuss – die Differenz aus Ausfuhren und Einfuhren – war der zweithöchste seit Einführung der Statistik im Jahr 1950. Er lag bei 188,1 Milliarden Euro. 2011 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 158,7 Milliarden Euro betragen. Den bisher höchsten Überschuss bei den Ausfuhren erzielte Deutschland den Statistikern zufolge im Jahr 2007 mit 195,3 Milliarden Euro.

Zum Jahresende ging es für den Außenhandel mit gedrosseltem Tempo nach oben: Im Dezember stiegen die Ausfuhren verglichen mit dem Vormonat preis- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent. Analysten hatten dagegen einen Anstieg um 1,3 Prozent erwartet. Die Importe sanken sogar um 1,3 Prozent.

China ebenfalls mit starkem Plus

In einer ersten Reaktion sagte Analyst Andreas Scheuerle von der Dekabank: "Nachdem sich die Exporte das ganze Jahr über als widerstandsfähig gezeigt haben, sind sie nun im vierten Quartal merklich zurückgegangen. Daran ändert auch das bescheidene Plus im Dezember nichts mehr. Exportrückgänge waren in allen großen Regionen zu verzeichnen, am schwersten aber wogen die Einbußen in der Euro-Zone. Nach vorne blickend, hellt sich der Himmel auf. Die globalen Frühindikatoren haben sich merklich verbessert und lassen auf wieder bessere Exportgeschäfte hoffen."

Der große Wettbewerber China legte ebenfalls neue Exportzahlen vor – schon für den Monat Januar. Dort geht es steil bergauf. Die Volksrepublik verblüffte Experten mit einem Anstieg zum Vorjahr um 25 Prozent. Dies war das stärkste Plus seit April 2011. Erwartet wurde zuvor lediglich ein Exportwachstum von 17 Prozent.

(AFP/Reuters/dpa/dma)
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