02.02.13

Cyber-Angriff

Hacker attackieren Kurznachrichtendienst Twitter

Hacker haben möglicherweise Daten von rund 250.000 Twitter-Nutzern geknackt. Wer hinter dem Cyber-Angriff steckt ist noch unklar.

Unbekannte Hacker haben den Kurznachrichtendienst Twitter angegriffen und möglicherweise Daten von rund 250.000 Nutzern erbeutet. Darunter könnten Nutzernamen, E-Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter sein, schrieb IT-Sicherheitschef Bob Lord in einem Blogeintrag.

Als Sicherheitsmaßnahme habe Twitter die Passwörter der betroffenen Accounts zurückgesetzt. Twitter hat rund 300 Millionen Nutzer; das bisher bekannte Ausmaß des Einbruchs wäre damit verhältnismäßig gering.

Wer hinter dem Angriff auf Twitter steckte, ist unklar. "Die Attacke war kein Werk von Amateuren", erklärt Lord. Er glaube auch nicht an einen Einzelfall. Die Hacker hätten eine "extrem ausgefeilte" Technik eingesetzt. "Wir glauben, dass in jüngster Zeit auch andere Unternehmen und Organisationen auf ähnliche Weise angegriffen wurden", schrieb Lord.

Twitter verwies zwar auf die diese Woche bekannt gewordenen mutmaßlichen chinesischen Angriffe auf die "New York Times" und das "Wall Street Journal", stellte aber keinen direkten Zusammenhang her.

Twitter für mehrere Stunden offline

Twitter habe bei einer Überprüfung die Cyber-Attacke entdeckt, erläuterte Lord. Der Kurznachrichtendienst war Mitte der Woche für mehrere Stunden ausgefallen. Es ist unklar, ob die Störung etwas mit der Attacke zu tun hatte. Bisher waren keine größeren Probleme mit Hacker-Angriffen bei Twitter bekannt geworden. Nach Berichten betroffener Nutzer scheinen frühe Twitter-Accounts aus den Jahren 2006 und 2007 Ziel der Attacke geworden zu sein.

Die am Freitag aus dem Amt geschiedene US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Donnerstag erklärt, die US-Regierung beobachte eine Zunahme von Hackerangriffen sowohl auf staatliche Einrichtungen als auch auf Privatunternehmen. Sie wünsche sich ein internationales Forum, das Antworten auf "diese Art illegalen Eindringens" suche.

Mike Lloyd, technischer Direktor der Sicherheitsfirma RedSeal Networks, sprach bei dem Angriff auf Twitter von einem weiteren "Weckruf". Was derzeit geschehe, sei ein "Krieg zwischen Unternehmen und Datendieben und wir verlieren ihn", erklärte er.

Quelle: dpa/AFP/mim
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