01.02.2013, 19:13

Managergehälter Barclays-Chef verzichtet auf Millionen-Bonus


Verzichtet nach einem schwierigen Jahr auf seinen Bonus: Barclays-Chef Antony Jenkins

Foto: STEPHEN CHERNIN / AFP

Der Chef der gebeutelten britischen Großbank Barclays, Antony Jenkins, setzt in der Debatte um die Höhe der Bezüge von Managern ein Zeichen: Er verzichtet auf seinen Bonus von 3,2 Millionen Euro.

Barclays-Chef Antony Jenkins setzt beim ausgerufenen Kulturwandel in der Finanzbranche ein Zeichen und verzichtet auf seinen Bonus für 2012. Es sei ein schwieriges Jahr für Barclays gewesen, sagte der Vorstandsvorsitzende der britischen Großbank.

"Ich denke, es ist richtig, dass ich eine gewisse Verantwortung dafür übernehme." Zusätzlich zu seinem Grundgehalt von 1,3 Millionen Euro hätte dem Manager ein Bonus von bis zu 3,2 Millionen Euro zugestanden.

Jenkins hatte im August das Ruder von Bob Diamond übernommen, der wegen der Affäre um Zinsmanipulationen seinen Hut nehmen musste. Das Geldhaus musste wegen der Verwicklung in den Skandal rund eine halbe Milliarde Dollar Strafe zahlen.

Image der Bank aufpolieren

Jenkins, der aus dem Privatkundengeschäft und nicht aus dem Investmentbanking kommt, will das ramponierte Image der Bank nun wieder aufpolieren. Mit seinen Sprüchen gilt er für viele als Vorreiter für einen Kulturwandel, den sich zahlreiche Institute auf die Fahne geschrieben haben.

Mitte Januar hatte Jenkins seinen Mitarbeitern nahegelegt, die Bank zu verlassen, falls sie beim Kulturwandel nicht mitziehen wollen. "Ihr werdet euch bei Barclays nicht wohlfühlen, und, um ehrlich zu sein, wir würden uns nicht wohlfühlen, wenn ihr weiter unsere Kollegen seid."

Kein Verzicht bei Deutscher Bank

Ähnlich äußerte sich am Donnerstag in Frankfurt auch Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen. Von einem Bonusverzicht ist beim größten deutschen Geldhaus, gegen das im Zinsskandal ebenfalls ermittelt wird, allerdings bisher nicht die Rede.

Bei der Deutschen Bank schrumpfte der Bonus-Pool für 2012 um zwölf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro – den Löwenanteil davon streichen die Investmentbanker ein.

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