01.02.13

Städte-Ranking

Wo Fahrradfahren in Deutschland noch Spaß macht

Deutschlands Radler haben die fahrradfreundlichsten Städte des Landes gewählt. Dabei stellen sie immer höhere Ansprüche an Wege und Abstellplätze. Und Spaß wollen sie auch noch haben.

Foto: dapd

Ein Fahrradfahrer vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Die Hauptstadt ist im Beliebtheitsranking der Radler weit abgeschlagen
Ein Fahrradfahrer vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Die Hauptstadt ist im Beliebtheitsranking der Radler weit abgeschlagen

Münster eilt der Ruf voraus, eine besonders fahrradfreundliche Stadt zu sein. Offensichtlich zu Recht. Im bundesweiten Vergleich der Fahrradinfrastruktur belegte die Universitätsstadt in Nordrhein-Westfalen nun bereits zum fünften Mal den Spitzenplatz in der Kategorie der Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern. Seit 1988 werden in unregelmäßigen Abständen Fahrradfahrer über ihre Zufriedenheit befragt.

Am aktuellen Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hatten sich rund 80.000 Radfahrer aus 322 Städten beteiligt. Sie bewerteten in einem Fragebogen mit 27 Fragen in fünf Kategorien unter anderem Radwege, Abstellplätze und Ampelschaltungen, ob Radwege regelmäßig gereinigt und im Winter geräumt werden, und ob Radwege so breit sind, dass schnellere Radfahrer bequem die langsameren überholen können.

Bewertet wurde auch, ob das Radfahren in der jeweiligen Stadt Spaß machte oder in Stress ausarte. Die Teilnehmer sollten auch angeben, ob sie sich als Radfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern akzeptiert fühlten. Auch das Angebot von Leihfahrrädern und die Häufigkeit von Fahrraddiebstählen wurde abgefragt.

Fahrrad als gleichwertiges Verkehrsmittel

Die Ergebnisse wurden am Freitag im Bundesverkehrsministerium vorgestellt. Verkehrsstaatssekretär Jan Mücke (FDP) sieht in einem positiven Fahrradklima eine wichtige Voraussetzung dafür, dass in Zukunft noch mehr Menschen auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Entscheidend sei die frage, wie sehr das Fahrrad in einer Stadt als gleichwertiges Verkehrsmittel angekommen ist und wie sicher man sich auf dem Fahrrad fühlt.

"Wenn wird die Rahmenbedingungen so verbessern können, dass ein großer Teil vor allem der kurzen Wege künftig mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, dann haben wie einiges für die Menschen in unserem Land erreicht", sagte Mücke. "Mehr Radverkehr bedeutet bedeutet weniger Lärm, weniger Schadstoffe in der Luft und weniger Flächenverbrauch. Und gesund ist es noch dazu."

Insgesamt wurden die Städte nach Angaben des ADFC zwar schlechter bewertet als bei der letzten Befragung vor sieben Jahren. Allerdings haben viele Städte auch deutlich aufgeholt. Das Spitzenfeld jetzt enger beieinander. So schrumpfte auch der Abstand der Spitzenreiters Münster zu den nachfolgenden Plätzen zwei und drei, die von Freiburg im Breisgau und Karlsruhe belegt wurden. Kiel schaffte es auf Rang vier, gefolgt von Oberhausen, Hannover, Bremen und Rostock. München liegt auf Platz 11, Berlin nur auf Platz 24 und Hamburg weit abgeschlagen auf Platz 34.

Mehr als 70 Millionen Euro für Radwege

In der Kategorie der kleineren Städte zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern siegte Erlangen vor Oldenburg (in Oldenburg), Hamm, Potsdam, Cottbus, Fürth, Moers und Ulm. Bei den Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern liegt Bocholt vor Rees, Rhede, Filderstadt, Dülmen, Lörrach, Bünde und Offenburg.

Der ADFC-Bundesvorsitzende Ulrich Syberg sagte. "Wir nehmen an, dass sich in den letzten Jahren ein stärkeres Bewusstsein für die Probleme von Radfahrern gebildet hat." Das Fahrrad stehe zunehmend im Fokus der Öffentlichkeit: "Radfahrer entwickeln ein neues Selbstbewusstsein und fordern ihre Rechte ein." Damit würden auch die Ansprüche an die Städte und ihre Infrastruktur für Radfahrer steigen.

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kümmert sich verstärkt um die Radfahrer. Ende des vergangenen Jahres stellte er einen nationalen Radwegeplan vor. Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs innerhalb von acht Jahren von zehn auf 15 Prozent zu steigern. Allein in diesem Jahr investiert der Bund mehr als 70 Millionen Euro in den Bau von Radwegen entlang von Bundesstraßen.

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Joachim Sauer zeigt Malia (l.) und Sasha sowie Michelle (r.) und Auma Obama die Mauergedenkstätte. Er habe viele Geschichten erzählt, heißt es später
07:24"Sonderprogramm"
Joachim Sauer erklärt der First Family die Hauptstadt

Michelle Obama und ihre beiden Töchter Malia und Sasha haben mit Angela Merkels Ehemann Joachim Sauer Holocaust-Mahnmal, "Mauerpanorama" und Bernauer Straße in Berlin-Mitte besucht. mehr...

Die Schüler des JFK-Gymnasiums
12:08Obama in Berlin
600 Berliner Schüler und ein amerikanischer Präsident

Die Schüler und Lehrer der Kennedy-Schule in Zehlendorf durften den US-Präsidenten am Mittwoch in Berlin hautnah erleben. Schon im Vorfeld war die Aufregung groß. mehr...


Zwei Linkshänder mit Humor: US-Präsident Barack Obama und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Brandenburger Tor in Berlin
07:31Obama in Berlin
Was Klaus Wowereit und Barack Obama gemein haben

Berlins Regierender Bürgermeister findet auf dem Podium am Brandenburger Tor einen lockeren Umgangston mit US-Präsident Barack Obama. Die beiden verbindet eine Gemeinsamkeit aus ihrer Jugend. mehr...


Die Täter flüchteten mit ihrer Beute und zündeten dann in Neukölln das Fluchtfahrzeug an
11:49Explosion
Erst Geldautomat gesprengt, dann Fluchtauto angezündet

Ein Trio hat am Morgen in der Bergmannstraße Alarm in einer Bankfiliale ausgelöst. Wenig später fand man das Fluchtauto am Maybachufer. Es stand in Flammen, von den Tätern fehlt jede Spur. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema

Aus dem Bett ihrer Suite im „Ritz-Carlton“ kann das Präsidentenpaar auf den Potsdamer Platz schauen
Obamas Hotel in Berlin

Hier übernachtet die First Familiy

Video Nachrichten mehr
Berlin-Besuch Obamas Rede in voller Länge
Berlin Präsident Obama verabschiedet sich nach dem Dinner
Berlin-Besuch Absperrungen und Hitze am Brandenburger Tor
Deutschland-Besuch Familie Obama zu Gast in Berlin
 
tb_airberlin.gif
airberlin - Destination…

airberlin baut die Verbindungen nach Polen aus. Erfahren…mehr

tb_Erste-Adressen.jpg
Berlins Erste Adressen

Eine Initiative der Berliner Kaufleute und der Berliner…mehr

Top Bildershows mehr
US-Präsident

Barack Obama und sein Tag in Berlin

Damenprogramm

First Lady Michelle Obama unterwegs in Berlin

First Lady

Das ist die Stilikone Michelle Obama

Bei 35 Grad

Dirk Nowitzkis 35. Geburtstag in Berlin

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote