31.01.13

"Frankfurter Rundschau"

Für die "FR" interessieren sich noch zwei Käufer

Das Ringen um die Zukunft der "Frankfurter Rundschau" geht weiter. Bis März bekommt der Insolvenzverwalter Aufschub. Die "FAZ" will wohl nur einen kleinen Teil der Mitarbeiter behalten.

Foto: Getty Images

Mitarbeiter der „Frankfurter Rundschau“ vor der Redaktion in Frankfurt am Main
Mitarbeiter der "Frankfurter Rundschau" vor der Redaktion in Frankfurt am Main

Auf der Suche nach einem Käufer für die Tageszeitung "Frankfurter Rundschau" (FR) hat der Insolvenzverwalter Aufschub erhalten. Das Erscheinen der "FR" sei bis Ende Februar gesichert, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Schmitt am Dienstag in Frankfurt am Main. Es gebe noch Gespräche mit zwei möglichen Investoren, der aktuelle Stand der Verhandlungen lasse sich jedoch nur als "sehr schlechte Situation" beschreiben.

Die Gläubiger der Traditionszeitung hätten beschlossen, Schmitt "zusätzliche Zeit" zu geben, um die laufenden Verkaufsgespräche zum Abschluss zu bringen, sagte Schmitt. Derzeit gebe es noch Gespräche mit "zwei potenziellen Investoren, die ernsthaftes Interesse an der Übernahme von Teilen des Unternehmens bekundet haben".

Ein "deutscher Investor" wolle den Zeitungstitel "Frankfurter Rundschau" in "gewohntem Umfang" fortführen, teilte Schmitt mit. Dieser Investor wolle "die dafür notwendige Anzahl an Mitarbeitern in der Redaktion beschäftigen". Dies bedeute jedoch, dass rund 370 bis 400 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.

Bislang wurde spekuliert, dass die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" die "Frankfurter Rundschau" fortführen könnte. Medien berichteten jedoch, dass die "FAZ" laut Insolvenzverwalter insgesamt 400 Beschäftigten bei der Zeitung nur einen kleinen Teil der Mitarbeiter in der Redaktion behalten könnte.

Mehr als ein Lokalblatt?

Die Gewerkschaft Ver.di forderte für den Fall einer Übernahme durch die "FAZ", die "Frankfurter Rundschau" als eigenständige Zeitung zu erhalten. "Wenn die Geschäftsführung der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' als glaubwürdiger Investor in Erscheinung treten will, muss sie die 'FR' als eigenständigen Titel mit einer starken Meinung erhalten", forderte der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke. Insolvenzverwalter Schmitt sagte, es sei klar, dass die FR eine "vollwertige Zeitung sein muss und nicht nur ein Lokalblatt".

Als zweiter Investor sei die türkische Firma Estetik Yayincilik an der Übernahme von Verlag und Druckerei der "FR" interessiert, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter mit. Das Unternehmen habe sein Interesse bislang jedoch "nur in formloser, unverbindlicher Form" erklärt. Dieses Konzept sei "in keiner Weise tragbar" – sowohl mit Blick auf Kosten- als auch Personalplanung. Zudem sei das Kaufpreisangebot "wesentlich zu niedrig, die Zahlungsmodalitäten nicht akzeptabel". Die Interessensbekundung liege nur als E-Mail vor. Schmitt signalisierte Bereitschaft für weitere Verhandlungen.

Ausgang der Gespräche offen

Der Ausgang der Gespräche mit den Investoren sei völlig noch offen, sagte Schmitt. Die Verhandlungen könnten "auch noch scheitern". Dann würde die "FR" zum März eingestellt. Um den Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten, sei eine Transfergesellschaft auf den Weg gebracht worden. Nun liefen Gespräche mit den "FR"-Eigentümern über eine Finanzierung der Gesellschaft.

Die "Frankfurter Rundschau" hatte im November Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die bisherigen Haupteigentümer, die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding DDVG, nannten als Grund massive Umsatzverluste, aufgrund derer sie keine Perspektive zur Fortführung der "FR" mehr gesehen hätten.

Quelle: Afp/beu
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Südkorea Geretteter Schulleiter bringt sich um
Schriftsteller Trauer um Gabriel Garcia Marquez
Trotz Handelsverbot Kanada eröffnet die alljährliche Robbenjagd
Coachella Festival Hier ist Promis nichts peinlich
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Mount Everest

Tote Sherpas und ehrgeizige Touristen

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote