31.01.2013, 18:54

Google-Abfragen In-die-Zukunft-Schauen – Deutsche sind Weltmeister


Die Startseite der Internetsuchmaschine Google

Foto: Andrea Warnecke / picture alliance / dpa Themendie

Die Startseite der Internetsuchmaschine Google Foto: Andrea Warnecke / picture alliance / dpa Themendie

Von Tina Kaiser

Im Internet zeigt sich: Die Bundesbürger haben reichlich Optimismus. Kein Volk googelt so viel nach der Zukunft wie die Deutschen. Das spricht für Wohlstand und Zuversicht – in der Regel.

Wir Deutschen sind im Ausland für einiges bekannt: Zuverlässigkeit, Fleiß, Pünktlichkeit, Direktheit und Pedanterie gehören dazu, vielleicht auch manisches Handtuchverteilen zu früher Stunde. Optimismus lag bislang nicht weit vorn auf der Liste typisch deutscher Eigenschaften. Warum auch, schließlich hat Optimismus mit Risiko zu tun, und, na ja, die Finger verbrennen sollen sich doch lieber andere.

Im Internet lassen wir Deutschen dagegen unserem Optimismus freien Lauf. So haben es zumindest Wissenschaftler der britischen Warwick Business School errechnet. Demnach suchte keine Nation weltweit im vergangenen Jahr so oft nach der Zukunft wie die Deutschen.

Glückwunsch, liebe Bundesbürger, wir haben gewonnen. Und zwar den ersten Platz im In-die-Zukunft-Schauen. Millionen von Google-Suchanfragen haben die Wissenschaftler für dieses Ergebnis analysiert. Verglichen wurde das Verhältnis des Suchbegriffs "2011" (rückwärtsgewandt) gegenüber "2013" (vorwärtsgewandt). Die Plätze zwei, drei und vier belegen Japan, die Schweiz und Großbritannien. Am wenigsten Vorfreude auf die Zukunft legten dagegen Pakistan, Vietnam und Kasachstan an den Tag.

Großereignisse können die Ergebnisse verfälschen

Laut Analyse der Forscher sagt das vor allem eines: Uns geht es gut. Die Wissenschaftler wollen nämlich auch einen Zusammenhang zwischen Wohlstand und Zukunfts-Googeln gefunden haben: Je höher das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in einem Land, desto eher suchen wir nach Information über die Zukunft.

Einen Haken hat die Sache aber: Ganz unten im Artikel der Autoren findet sich noch ein anderer Hinweis. Großereignisse können das Ergebnis verzerren. So führte im Vorjahr noch Großbritannien die Liste an, das vielleicht nicht zufällig 2012 die Olympischen Spiele ausrichtete. Den Deutschen dagegen steht 2013 eine Bundestagswahl ins Haus. Ob die ein Grund für Optimismus ist, muss sich erst noch zeigen.

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