31.01.2013, 12:27

Frührente Deutsche gehen lieber in Rente, als weiter zu arbeiten

Trotz Einbussen gehen Deutsche frueher in Rente

Foto: dapd

Trotz Einbussen gehen Deutsche frueher in Rente Foto: dapd

Lieber nehmen die Deutschen finanzielle Einbußen in Kauf, als arbeiten zu müssen. Mehr als die Hälfte aller „Neurentner“ gehen vorzeitig in den Ruhestand.

Immer mehr Menschen in Deutschland gehen trotz der damit verbundenen Einbußen vorzeitig in Rente.

Nach den neuesten Zahlen der Rentenversicherung bekam 2011 knapp die Hälfte der etwa 700.000 erstmaligen Altersrentenbezieher nicht das volle Ruhegeld ausbezahlt, weil sie nicht bis zur Regelaltersgrenze gearbeitet hatten, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Der Anteil der Frührentner an allen neu hinzu gekommenen Altersrentnern entspreche damit 48,2 Prozent. Im Jahr 2010 seien es 47,5 Prozent gewesen, etwa 17.000 weniger. 2005 waren es den Angaben zufolge bloß 41,2 Prozent.

In 23 von 39 ausgewählten Berufsgruppen habe der Anteil der neuen Ruheständler mit weniger Geld bei über 60 Prozent gelegen.

Besonders betroffen sind dem Zeitungsbericht zufolge Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor wie Krankenpfleger oder Erzieher. Das gehe aus einer Sonderauswertung hervor, die die Deutsche Rentenversicherung auf Anfrage der Linken angefertigt habe.

Aus den Zahlen geht allerdings nicht hervor, aus welchen Gründen Menschen früher aus dem Berufsleben ausscheiden – etwa aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit.

Abschläge 1992 eingeführt

Dass Frührentner finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen – die Abschläge wurden 1992 eingeführt –, wirkte sich erstmals 1997 aus. Noch bis 1996 war es möglich gewesen, ab 60 Jahren ohne Abschläge in Rente zu gehen.

Im Jahr 2011 beliefen sich die Abzüge durchschnittlich auf 109 Euro im Monat.

Die BA stellt trotz der steigenden Zahl der Frührentner aber einen entgegengesetzten Trend fest: Arbeitgeber hielten ältere Menschen länger im Betrieb. Zugleich blieben diese auch gerne länger berufstätig. Allerdings sei es schwer, für ältere Arbeitnehmer einen Anstellung zu finden, wenn diese erst einmal arbeitslos geworden seien.

(dpa/dapd/AFP/mim)
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